Stand: 22.07.2020 17:39 Uhr

Tattoos: Längst kein Tabu mehr

Jetzt im Sommer, wenn die Kleidung etwas kürzer ist, kommen sie so richtig zur Geltung: Tattoos. Während die einen stolz ihren Körperschmuck zeigen, stoßen Tätowierungen bei anderen Menschen eher auf Ablehnung. Unsere Moderatoren am Morgen, Horst Hoof und Mandy Schmidt, haben nachgefragt: Welche Tattoos sind Ihnen aufgefallen oder haben Sie sich gar selbst welche stechen lassen?

Eine Rose mit Wassertropfen benetzt. © Nord-West-Media TV

NDR Hörerin erzählt von Rosentattoo

NDR 1 Welle Nord - Horst und Mandy am Morgen -

Horst und Mandy haben nach Ihren Tattogeschichten gefragt. Hörerin Magda aus Glinde erzählt, wie sie beim Baden am See das erste Mal das Rosentattoo einer Freundin entdeckt hat.

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Liebesgeständnis für die Ewigkeit

Bei der Wahl des Motivs waren unsere Hörer kreativ. So manch einem geht der Sport unter die Haut, wie zum Beispiel Simona aus Tornesch. Sie trägt das Logo der SG Flensburg-Handewitt auf ihrem Handgelenk. Beliebt sind auch Botschaften, Daten oder Namen. Einige verewigen ihre Liebsten auf ihrer Haut - mal die Kinder, mal den Partner. Auch Maren aus Lindau bei Kiel hat sich den Namen ihres Mannes tätowieren lassen. "Ein Anker und unsere Namen darauf - er ist mein Anker in der Flut", sagt sie.

Doch mit dem Körper verändern sich selbst die schönsten Bilder im Laufe der Zeit. Hörerin Maria hat seit über 25 Jahren drei sehr kleine Tattoos an versteckten Stellen, unter anderem einen Teufel. "Der Teufel ist mit den Jahren 1,5 Zentimeter länger geworden."

Uralte Tradition bis heute im Trend

Tattoos sind keine Erfindung der Neuzeit, sondern eine sehr alte Kunst. Heute sind sie längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Genaue Angaben darüber, wie groß der Anteil der tätowierten Deutschen ist, gibt es nicht. Eine Umfrage des Ipsos-Instituts im Auftrag des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" im Jahr 2019 ergab, dass knapp 21 Prozent der Deutschen ein oder mehr Tattoos besitzen. Im Vergleich zur Studie von 2012 hat sich der Wert verdoppelt (11,4 Prozent). Unter den 20- bis 29-Jährigen ist diese Form der sogenannten Körpermodifikationen besonders verbreitet: Fast jeder zweite Befragte (47,1 Prozent) der Altersgruppe gab an, mindestens ein Tattoo zu haben.

Tattoos in vielen Berufen kein Tabu mehr

Trotz der Beliebtheit sind die schwarz-weißen oder bunten Motive nicht überall anerkannt. In einigen Berufsgruppen ist es gewünscht, dass der exzentrische Körperkult verdeckt wird. Hierzu zählen besonders Berufe mit Kundenkontakt oder beratende Positionen, wie zum Beispiel Versicherungsvertreter, Bankangestellte oder Servicekräfte. Kleinere Motive, die leicht verdeckt werden können, sind dagegen kein Tabu mehr. In Pflegeberufen oder kreativen Branchen - wie Medien und Marketing - dürfen häufig sogar großflächige und sichtbare Tätowierungen getragen werden.

Eine generelle Gesetzesgrundlage, ob Tattoos bei Arbeitnehmern gestattet sind, gibt es nicht. Betriebe und Unternehmen entscheiden individuell, ob sie sichtbare Tätowierungen bei Angestellten tolerieren.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Horst und Mandy am Morgen | 21.07.2020 | 05:00 Uhr

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