Stand: 07.09.2020 07:30 Uhr

Die besten Plätze zum "Peking"-Spotten

von Laura Albus

Sie war einst einer der schnellsten Frachtsegler der Welt: Heute startet die "Peking" ganz langsam zu ihrer vorerst letzten Reise - von der Peters Werft in Wewelsfleth (Kreis Steinburg) in den einstigen und künftigen Heimathafen, nach Hamburg. Diese Reise wird voraussichtlich viele Besucher anlocken. Wer nicht im Gedränge an den Landungsbrücken stehen möchte, hat zahlreiche Alternativen. Entlang der Elbe gibt es in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg viele Aussichtspunkte zum "Peking"-Spotten.

VIDEO: Alles bereit für die "Peking"-Überführung (3 Min)

Im Dunkeln über die Stör

Mehrere Schaulustige befinden sich am Ufer auf den anliegenden Wiesen. © Daniel Koch Foto: Daniel Koch
Am Störsperrwerk standen Hunderte Interessierte, als die marode "Peking" vor drei Jahren zur Werft geschleppt wurde.

Wer die "Peking" auf der Stör erleben will, muss früh aufstehen: Nach Angaben der Werft soll das Schiff bereits gegen 5.45 Uhr mit einem Störlotsen und zwei Elblotsen an Bord starten. Das Werftgelände ist - wie sonst auch - für die Öffentlichkeit gesperrt. Von Wewelsfleth aus führt jedoch ein Wanderweg an der Stör entlang bis Sperrwerk. Dort wird der Viermaster gegen 6.30 Uhr erwartet. Vor drei Jahren, als die "Peking" zur Werft kam, standen dort Hunderte Schaulustige auf den Deichen an der Mündung der Stör. Voraussichtlich zwischen 6.20 und 6.50 Uhr ist die Klappbrücke am Sperrwerk geöffnet. In dieser Zeit ist es für Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer nicht möglich, auf die andere Seite der Stör zu gelangen. Mit dem Sonnenaufgang um 6.50 Uhr soll die "Peking" dann das Fahrwasser der Elbe erreichen.

Zwischen Störmündung und Stadersand

Beim Erreichen der Elbe steht ein Manöver an Bord an: Nach Angaben der Stiftung Historische Museen Hamburg sollen gegen 7 Uhr die Rahen gebrasst werden. Das sind die Rundstangen, die quer an den Masten hängen und an denen einst die Segel befestigt waren. Sie sollen von hart Backbord nach Vierkant gestellt werden - also genau quer zum Schiff. Gegen 7.15 Uhr fährt der Schleppverband an Glückstadt vorbei und wenige Minuten später an den Stränden von Bielenberg und Kollmar.

Während die Peking und ihre Beiboote langsam elbaufwärts fahren, können es sich Shipspotter im Hafen von Stadersand, wo die Schwinge in die Elbe mündet, bequem machen. Dort wird der Hamburger Viermaster gegen 9.30 Uhr vorbeiziehen.

Zwangspause vor Hollern-Twielenfleth

Die Menschen im Landkreis Stade haben mehrere Stunden die Möglichkeit, sich die "Peking" anzuschauen. Von etwa 10 bis 15.30 Uhr muss das Schiff vor Twielenfleth auf Reede liegen, damit es Hamburg erst mit dem nächsten Hochwasser erreicht. "Ich hoffe mal, dass sich die Gäste nicht zu sehr direkt am Fährhafen ballen", sagt der Bürgermeister von Hollern-Twielenfleth, Timo Gerke. Er rät den Besuchern, zwischen dem Bassenflether Strand und dem Fährhaus Twielenfleth zu stehen. Dort seien auch ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden.

Parade mit historischen Schiffen

Das Schiff Peking befindet sich auf dem Wasser und wird von mehreren Schiffen begleitet. © Daniel Koch Foto: Daniel Koch
So sah die "Peking" vor der Sanierung aus. Wie vor drei Jahren werden auch diesmal zahlreiche Begleitboote erwartet.

Gegen 15.30 wird sich die Peking wieder in Bewegung setzen, mit neuen Lotsen an Bord und weiteren Begleitern: Mehrere historische Schiffe aus Hamburg - darunter die MS "Bleichen" und der Senatsdampfer "Schaarhörn" - reihen sich hinter der "Peking" ein und begleiten diese weiter elbaufwärts. Gemeinsam werden sie kurz darauf die Hetlinger Schanze auf holsteinischer Seite passieren. Der Lühe-Anleger in Grünendeich ist ebenfalls ein beliebter Ort zum "dicke Pötte gucken". Dort wird die "Peking" gegen 16 Uhr zu sehen sein.

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Gegen 16.30 Uhr wird es feierlich: An der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft in Wedel ertönt dann die Nationalhymne. Am Falkensteiner Ufer und an der Elbwiese Blankenese kann das künftige Museumsschiff zum Feierabend zwischen 16.30 und 17 Uhr gesehen werden. Auf der gegenüberliegenden Elbseite, am Sperrwerk Cranz und im Gorch-Fock-Park oder am Bubendey-Ufer in Finkenwerder wird die Peking zwischen 17.05 und 17.20 Uhr erwartet. In Finkenwerder tauschen die Elblotsen mit den Hafenlotsen die Plätze.

Gegen 17.45 Uhr passiert die "Peking" die Landungsbrücken, auf denen es voraussichtlich sehr voll werden wird. Dort planen Musiker eine ganz besondere Begrüßung: In der Besetzung Schiffshorn, Tuba, Trompete, Posaune und Trompete wollen sie die "Peking" von Bord der "Cap San Diego" willkommen heißen.

Drehen vor der Elphi

Fotos mit einer besonders schönen Perspektive lassen sich von den Theatern im Hafen aus machen. Vor der Elbphilharmonie wird die "Peking" noch einmal gedreht, bevor sie in den Hansahafen einläuft. Vor dem dortigen Hafenmuseum ist vorerst der Liegeplatz der Viermastbark. "Der Hansahafen wird zu Wasser und zu Lande für das Anlegemanöver großräumig abgesperrt - kein Zutritt möglich", teilte die Peters-Werft mit. Erst am Dienstag dürfen Besucher von der Pier aus gucken.

NDR sendet live im Fernsehen und im Netz

"Leider ist es auf Grund der Corona-bedingten Einschränkungen nicht möglich, das Schiff mit einem großen Fest im Heimathafen zu begrüßen", sagt Matthias Seeberg von der Stiftung Historische Museen Hamburg. Wer nicht vor Ort sein möchte oder kann, hat die Möglichkeit, die vorerst letzte Reise der "Peking" live im NDR zu verfolgen. Auf NDR.de zeigen wir die Verholung in einem Livestream. Im NDR Fernsehen berichten unter anderem das Hamburg Journal und das Schleswig-Holstein Magazin live aus dem Hamburger Hafen und von Bord der "Peking".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 07.09.2020 | 08:00 Uhr

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