Stand: 16.10.2019 16:10 Uhr

Mehr Geld und Personal für Bildung nötig

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Der Bedarf an Bildung und Betreuung steigt, mehr Geld und Personal wird benötigt.

Ob frühkindliche Förderung im Kindergarten, Wissensvermittlung in Schulen oder Universitäten, Ausbildung in Betrieben oder Weiter- und Fortbildungsangebote: Bildung begleitet Menschen ein Leben lang. Der Bericht "Bildung in Deutschland" bietet alle zwei Jahre eine Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems. Eine wissenschaftlich unabhängige Autorengruppe analysiert Bildungsvoraussetzungen, Bildungswege und Bildungsergebnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Die kompakte Zusammenfassung des Bildungsberichtes informiert über die zentralen Befunde, widmet sich dem Schwerpunkthema "Wirkungen und Erträge von Bildung", zeigt übergreifende Trends, Problemlagen und benennt die zentralen Herausforderungen für Bildungspolitik und Bildungspraxis.

Große Herausforderungen für die Bildungsträger

Steigende Geburtenraten, mehr arbeitende Mütter, Zuwanderung und der Trend zur Höherqualifizierung: Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen Betreuung in Kindergärten und Schulen, Personal und Plätze werden gebraucht. Das 2008 von Bund und Ländern beschlossene Ziel, die Gesamtausgaben für Bildung und Forschung auf 10 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) zu steigern, wurde bisher nicht erreicht.

Dem Bericht zufolge müssten bis 2025 bis zu 270.000 zusätzliche Fachkräfte allein im Bereich der frühen Bildung eingestellt werden. Zudem gehen hier 171.000 Beschäftigte in Rente oder scheiden aus anderen Gründen aus, auch diese müssten ersetzt werden. Weitere 142.000 Fachkräfte werden benötigt, um den demografischen Entwicklungen, noch nicht erfüllten Elternwünschen auf einen Kinderbetreuungsplatz oder den steigenden Anforderungen durch Migration gerecht zu werden.

Ein Kind lernt Schreiben.

Mehr Schulanfänger mit Sprachdefizit

Hallo Niedersachsen -

Der Anteil von Kindern mit fehlenden Deutschkenntnissen steigt, so die Statistik der Einschulungsuntersuchungen. Kinder, die einen Kindergarten besuchen, sprechen deutlich besser Deutsch.

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Mehrbedarf an Personal und finanziellen Mitteln

Eine zunehmende Ganztagsbetreuung, ein struktureller Wandel in den Schulen, mehr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergründen, der Rechtsanspruch auf Inklusion und mehr Kinder mit sonderpädagogischer Förderung sorgen zudem für den Mehrbedarf an Personal und finanziellen Mitteln. Auch der anhaltende Trend zu höherer Schulbildung trägt dazu bei: Von 30 Prozent im Jahr 2006 stieg die Übergangsquote von der Grundschule zum Gymnasium auf 41 Prozent im Jahr 2016, im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Abiturienten von 34 auf 43 Prozent.

Demografische Entwicklungen, regionale Unterschiede bei Angebot und Nachfrage, auch die berufliche Ausbildung steht vor großen Herausforderungen: Der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen stieg von 2007 bis 2017 auf neun Prozent, der Anteil unversorgter Bewerber liegt bei konstanten 13 Prozent. Der Anteil ausländischer Jugendlicher im berufsvorbereitenden Übergangssektor steigt, eine Folge der Zuwanderung der vergangenen Jahre.

Mehr Geld und bessere Ausstattung lohnen sich

Der Bildungsbericht zeigt: Menschen mit einer guten Ausbildung sind häufiger erwerbstätig und seltener arbeitslos, zeigen mehr Interesse an politischen Prozessen, engagieren sich ehrenamtlich, leben gesünder und zufriedener - die Wirkungen und Erträge von guter Bildung sind bis ins hohe Lebensalter messbar.

Umso mehr müssen die Anstrengungen verstärkt werden, den nach wie vor bestehenden Ungleichheiten entgegen zu wirken und allen Kindern und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft, gute Bildungschancen zu eröffnen. Haben Eltern beispielsweise einen Hochschulabschluss, liegt der Anteil studierender Kinder bei 79 Prozent, bei Eltern mit einer Ausbildung studieren rund 24 Prozent der Kinder, Studierende mit Migrationshintergrund sind nach wie vor unterrepräsentiert.

Dieses Thema im Programm:

13.11.2019 | 23:50 Uhr

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