Stand: 17.04.2018 10:01 Uhr  | Archiv

Gibt die Gemeinde genug Geld für die Schule?

von NDR Newcomernews (Ein Medienbildungsprojekt des NDR Landesfunkhauses MV mit Schülerinnen und Schülern.)

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Es gibt noch Luft nach oben, aber es tut sich auch schon so Einiges an der Schule.

Dort, wo andere Menschen Urlaub machen, gehen Jugendliche aus der Umgebung von Binz auf Rügen zur Schule. Nur wenige hundert Meter vom Ostseestrand entfernt steht das etwas in die Jahre gekommene Schulgebäude - umgeben von schicken Hotels und Ferienwohnungen. An der Schule herrscht etwas Unzufriedenheit unter den Schülern. Sie haben zwar einen neu sanierten Schulhof, aber sitzen zum Teil auf klapprigen Stühlen und an löchrigen Tischen.

"Es gibt sicherlich Schulen die eine schlechtere Ausstattung als unsere haben, trotzdem gibt es immer noch viel Verbesserungsbedarf", sagt Neuntklässler Philipp Hietel. Achtklässlerin Jasmin Schösser sieht es ähnlich: "An unserer Schule mangelt es an Schulmaterialien wie z.B. Magneten. Bei der technischen Ausstattung gibt es auch noch Verbesserungsbedarf." Ist da nicht die Gemeinde gefragt, etwas mehr Geld locker zu machen?

Regionale Schule Binz © NDR Foto: NDR Newcomernews

"Ihr müsst uns sagen, was Ihr braucht!"

Löchrige Tische, klapprige Stühle: Schüler der Regionalen Schule in Binz auf Rügen sind mit der Ausstattung der Schule nicht zufrieden - und haben Lehrern und Politikern auf den Zahn gefühlt.

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Wie wird unsere Schule finanziert?

An der Finanzierung von Schulen sind mehrere Partner beteiligt. Das Land übernimmt etwa die Bezahlung der Lehrkräfte. Das Schulgebäude und die Ausstattung ist dagegen Sache der Gemeinde. Tut diese genug? "Zufrieden ist man nie", sagt Schulleiter Andreas Steinbeiß. "Es gibt immer Dinge, wo man sagt, ich könnte es gebrauchen. Aber grundsätzlich investiert die Gemeinde sehr viel Geld in die Schulen.'' Für die Zukunft sieht der Schulleiter bei der medialen Ausstattung den größten Handlungsbedarf. Drei Beamer wurden bereits angeschafft, weitere sollen folgen.

Regionale Schule Binz © NDR Foto: NDR Newcomernews

Veraltete Ausstattung? Was sagt Poly, der Projektor?

Poly, der Projektor, ist schon seit vielen Jahren an der Regionalen Schule in Binz auf Rügen. Was sagt er als "alter Hase" zum Zustand der Schule?

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Welche Wünsche für die Zukunft?

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Laut Schulleiter Andreas Steinbeiß bekommt die Schule bald drei neue Beamer.

Außerdem wünscht sich Steinbeiß ein besseres W-LAN sowie 20 Tablets für jede Schuletage, mit denen die Schüler bei Bedarf arbeiten können. Bei der "Baustelle" Musikraum sei auch schon etwas geschehen. Unter anderem ist ein altes Klavier wieder flott gemacht worden. Hoffnung auf einen neuen Musiklehrer in naher Zukunft will der Schulleiter den Schülern allerdings nicht machen: Das liege zudem außerhalb des Einflussbereichs der Gemeinde. Da sei das Land eher gefordert, ausreichend Musiklehrer ins Land zu locken.

Sportlehrer: Moderne Sportgeräte für das "sportliche Profil"

Sportlehrer Robert Walter ist mit der Ausstattung im Großen und Ganzen zufrieden. "Die Turnhalle wurde mir beim Vorstellungsgespräch gezeigt. Ich habe die Geräte gesehen und dachte: Okay, das ist ein Zustand, mit dem ich arbeiten kann.'' Trotzdem hat er noch Wünsche. Ein Mattenwagen würde vieles erleichtern. Außerdem würde sich Herr Walter über ein Trampolin und eine mobile Tischtennisplatte freuen.

Gemeinde gibt 600.000 Euro pro Jahr

Einer, der sich als ehemaliger Informatiklehrer mit den Sorgen und Nöten der Schulen gut auskennen müsste, ist der parteilose Bürgermeister von Binz, Karsten Schneider. "Wir haben einen festen Sockel, den wir jedes Jahr für die Schule ausgeben - das sind ungefähr 600.000 Euro." Darin enthalten sind etwa rund 100.000 Euro Personalkosten für die Schulsozialarbeiterin, den Hausmeister und das Sekretariat. Außerdem gehören dazu: rund 6.000 Euro für Büromaterial und 9.000 Euro für Veranstaltungen.

Regionale Schule Binz © NDR Foto: NDR Newcomernews

Schüler haben viele Verbesserungsvorschläge

Die NDR Newcomernews Hörfunk Reporter haben sich an der Regionalen Schule in Binz umgesehen und mit Schülern sowie Verantwortlichen gesprochen - hier die Ergebnisse.

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Der Schulhof war eine "Kraterlandschaft"

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Bürgermeister Karsten Schneider sieht beim W-LAN den größten Handlungsbedarf.

Dazu kommt noch ein Betrag von rund 250.000 bis 300.000 Euro pro Jahr für Sonderaktionen. Die Umgestaltung des Schulhofes gehörte beispielsweise dazu. "Das war ja eine Kraterlandschaft", räumt Schneider ein. Allein für den Schulhof hat die Gemeinde laut Schneider rund eine halbe Million Euro in zwei Jahren bereitgestellt. "Das machen wir deshalb, weil wir es momentan können", sagt Schneider. Denn die Steuereinnahmen sprudeln derzeit. Nicht zuletzt deshalb, weil im Seebad Prora, das zur Gemeinde Binz gehört, im vergangenen Jahr viele Ferienwohnungen verkauft worden sind.

"Das Internet ist einfach katastrophal"

In Zukunft steht in der Regionalen Schule die Ausstattung mit schnellem W-LAN an erster Stelle. "Das Internet ist einfach katastrophal", sagt der Bürgermeister. Außerdem sollen die Schulgebäude im Inneren saniert werden. "Ich war zum Tag der offenen Tür selbst da und war erschrocken, wie der Zustand mancher Fachräume ist." Aber Schneider stellt auch klar: Die Schule muss Anträge dafür stellen, was gemacht werden soll. Andernfalls kann die Gemeinde kein Geld geben. In der Vergangenheit seien solche Anträge oft nicht gestellt worden, so Schneider weiter. Wenn das vorgesehene Geld nicht ausgegeben wird, sei das für die Gemeindevertretung das Signal, das alles in Ordnung ist.

Teure Schmiererei auf der Schulfassade

Auch die Turnhalle soll erneuert werden. Die Arbeiten an der Außenfassade haben gerade begonnen. Apropos Fassade: An der der Schulgebäude prangen seit der Silvesternacht Graffiti und Schmierereien. Dabei waren die Gebäude gerade erst gestrichen worden. "Die Beseitigung der Schäden kostet 10.000 bis 12.000 Euro", schätzt Schneider. Geld, das an anderer Stelle fehlt. "Das ist ungefähr die Ausstattung für zwei Klassenräume."

Regionale Schule Binz © NDR Foto: NDR Newcomernews

Aufruf: Musiklehrer gesucht!!!

NDR 1 Radio MV

Die Regionale Schule in Binz hat zwar viele Musikinstrumente, aber keinen Musiklehrer. Das soll sich ändern! Also, Musiklehrer: Alle mal herhören!

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Dieser Artikel ist durch Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Workshops des Medienbildungsprojekts NDR Newcomernews des NDR Landesfunkhauses entstanden.

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