"Es hat für mich sofort gepasst"

Catherine Myerscough, Violine © NDR / Micha Neugebauer Foto: Micha Neugebauer
Catherine Myerscough kam von Leipzig nach Hannover: Sie war als Akademistin und mit einem Zeitvertrag vorher beim renommierten Gewandhausorchester (hier im Gespräch mit Cellist Sebastian Maas).

Die britische Geigerin Catherine Myerscough hat im März bei der NDR Radiophilharmonie angefangen und nun ihre Probezeit bestanden. Im Gespräch schwärmt sie von der offenen Mentalität ihrer neuen Kollegen und von ihrem Arbeitsplatz.

Ihre Begeisterung für die NDR Radiophilharmonie sprudelt aus Catherine Myerscough geradezu heraus: "Hier sind die Kollegen so offen und flexibel, musikalisch wird hier eine so große Vielfalt gepflegt - das ist genau das, was ich mag und was mir so wichtig ist!" Aufgewachsen ist die Geigerin in einer sehr kulturell interessierten Familie, die Mutter Kunsthistorikerin ("deswegen war ich mit drei Monaten schon im Museum"), der Vater Referent für Kulturpolitik, beide Eltern musikalisch, und so ist die Geigerin von klein auf in ein großes kulturelles Spektrum hineingewachsen. "Zufällig ist auch mein Bruder Profimusiker geworden", lacht sie.

Von Musikwissenschaft zum Orchesterspiel

Ihr breites Interessensspektrum hat sie während ihres Musikwissenschaftsstudiums an der Cambridge University weiter gepflegt. Mit 24 Jahren ist sie zum Violinstudium nach Deutschland gekommen, zunächst hat sie in Lübeck bei Heime Müller studiert, dem ehemaligen Geiger des Artemis Quartetts. Dort ist sie auch das erste Mal in die Orchesterwelt eingetaucht. Zum echten "training ground" wurde für sie schließlich die zweijährige Akademie des Leipziger Gewandhauses: "Das war eine extrem hohe Herausforderung, ich habe sehr viel Repertoire kennengelernt und gleichzeitig gelernt, sehr schnell zu arbeiten", erzählt Catherine Myerscough. Ihr Studium führte sie in Leipzig bei Carolin Widmann fort, die für sie nicht nur "einfach eine tolle Musikerin und inspirierender Mensch" ist, sondern sogar zu einer Freundin wurde, mit der sie bis heute in Kontakt steht.

Catherine Myerscough, Violine © NDR / Micha Neugebauer Foto: Micha Neugebauer
Gemeinsam mit Oliver Kipp, dem Stimmführer der 2. Geigen, beim Barockkonzert in Herrenhausen: Die musikalische Vielfalt der NDR Radiophilharmonie begeistert Catherine Myerscough besonders.
Eine offene Mentalität

In Hannover "hat es sofort gepasst", auch die Stadt selbst und die Leute, die sie als warmherzig, offen und hilfsbereit erlebt hat. "Vielleicht liegt es an der Verbindung Hannovers mit England", fügt sie augenzwinkernd hinzu. Und die NDR Radiophilharmonie passte auch sofort für sie, so entspreche ihr die offene Mentalität vollkommen. Den Chefdirigenten kannte und schätzte sie sogar schon aus Leipzig. In ihrer Anfangswoche mit dem Orchester war es der Geigerin vom ersten Moment an klar - "wie alle ein- und ausgeatmet haben", wie schnell sie auf Andrew Manzes Vorschläge reagiert haben: "Hier will ich bleiben." Sie sei sofort von der Flexibilität ihrer Kollegen und dem Willen, alles zusammen zu schaffen und auf hohem Niveau frisch und wach zu halten, angesteckt worden.

Neue Perspektiven

Catherine Myerscough liegt selbst viel daran, die Entwicklung des Orchesters zu unterstützen und ein neues Publikum zu interessieren. Daher freut sie sich auch sehr auf den Education-Bereich, denn sie will für alle Altersgruppen etwas bewirken. "Ich würde wahnsinnig gern mit meinen Kollegen einmal im Gefängnis spielen", gesteht sie einen kleinen Wunschtraum. Für ihren neuen Job kann Catherine Myerscough auch rein äußerlich schwärmen: "Wer hat sonst so einen schönen Arbeitsplatz mit einem so schönen Ausblick?" Gleich in ihren ersten Wochen hat sie eine ganz andere Perspektive auf ihren Arbeitsplatz ausprobiert, denn mit großem Spaß hat sie einen Ruderkurs auf dem Maschsee mitgemacht.

 

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