Radu Lupu - Klassik der Klavierliteratur

Konzerttermine:
Sonntag, 8. Juni, 11.00 Uhr, Laeiszhalle, Großer Saal, Hamburg
Montag, 9. Juni, 20.00 Uhr, Laeiszhalle, Großer Saal, Hamburg

Eigentlich wollte Radu Lupu Komponist werden. 1945 im rumänischen Galati geboren, bekommt er schon als Sechsjähriger Klavierunterricht. Sein erstes Konzert gibt er mit zwölf Jahren - auf dem Programm stehen eigene Werke. Schließlich entscheidet er sich aber doch für eine Solistenkarriere. Sein Repertoire setzt sich bevorzugt aus den Klassikern der Klavierliteratur zusammen. Vor allem Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und Brahms üben eine enorme Faszination auf ihn aus. Heute ist Radu Lupu, der im März 2006 mit dem "Premio Internazionale Arturo Benedetti Michelangeli" ausgezeichnet wurde, regelmäßiger Gast der großen Orchester und Festivals.

Bei seinen Konzerten mit dem von Christoph von Dohnányi geleiteten NDR Sinfonieorchester übernimmt Radu Lupu den Solopart in Wolfgang Amadeus Mozarts berühmtem c-Moll-Klavierkonzert KV 491, in dem sich der Komponist deutlich von Tonfall und Stil des Wiener Salons entfernt hatte. Laut der Überlieferung des Londoner Komponisten, Pianisten und Musikverlegers Johann Baptist Cramer (1771-1851) soll Ludwig van Beethoven bei einer Aufführung dieses Werkes ausgerufen haben: "Cramer! Wir werden niemals im Stande sein, etwas Ähnliches zu machen!"

Naturmystik und Weltschmerz

Zuvor steht mit "Fratres" von Arvo Pärt das Werk eines der erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart auf dem Programm. Am Ende des Konzertabends erklingt die 5. Sinfonie von Jean Sibelius - ein zwischen "Naturmystik und Weltschmerz" changierendes Werk, dessen Themen der Komponist der heimischen Natur unmittelbar abgelauscht hat: "Sah heute zehn vor elf 16 Schwäne. Eines der größten Erlebnisse meines Lebens! Herrgott diese Schönheit! Sie kreisten lange über mir. Verschwanden in den Sonnenuntergang wie ein Silberband, das ab und zu glitzerte. Ihr Ruf gehört dem gleichen Holzbläsertyp an wie der von Kranichen, aber ohne Tremolo. Der Schwanengesang ähnelt eher einer Trompete (...), das Finalthema der fünften Sinfonie: Legato in den Trompeten!"

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