Stand: 01.11.2010 17:00 Uhr

Ceremony

von Tobias Richtsteig
Omar Sosa am Flügel  Foto: David Sproule
Omar Sosa bei einem Konzert in Brisbane

"Alles, was ich tue, wurzelt in der afrikanischen Tradition, sie durchzieht mein Leben wie ein Leitmotiv", erklärt Omar Sosa. Sein neues Projekt mit der NDR Bigband macht da keine Ausnahme: "Ich nenne es 'Ceremony', denn die Musik basiert auf alten Melodien, mit denen wir die Orishas feiern. Das sind die Götter und Heiligen in der westafrikanischen Yoruba-Tradition." Heute verbindet diese alte Tradition Menschen in Nord- und Südamerika und der Karibik. Omar Sosa, der selbst in Kuba aufwuchs, in Ecuador und den USA lebte und heute in Barcelona lebt, spricht von "Afreecanos". So fühlte er sich dem brasilianischen Cellisten Jaques Morelenbaum sofort verbunden, den er vor einigen Jahren in Paris kennenlernte. "Ich bin ein Fan von Jaques. Er ist einer der besten Musiker, die ich je traf!", schwärmt Sosa von Morelenbaum, der schon mit einer ganzen Reihe prominenter Musiker eng zusammengearbeitet hat: Von Antonio Carlos Jobim über Caetano Veloso, David Byrne und Sting bis Riyuichi Sakamoto. Morelenbaum selbst bezeichnet sich seinerseits als Fan des kubanischen Pianisten und berichtet von seinem ersten Sosa-Konzerterlebnis: "Er hatte einen Jazzdrummer dabei, einen Percussionisten aus Venezuela und einen US-Rapper. Ich war beeindruckt, wie die universelle Vision seiner Musik sie alle verband."

Herausforderung und Experimentierfreude

Dass Jaques Morelenbaum jetzt mit Omar Sosa an einem gemeinsamen Projekt arbeiten konnte, ist für beide die Erfüllung eines lang gehegten Traums - und eine Herausforderung. Obwohl Morelenbaum zu den begehrtesten Arrangeuren der Welt gehört und Omar Sosa für seine Experimentierfreude berühmt ist - mit einer Big Band hatte bisher keiner der beiden zu tun. "Ich bin so glücklich, wie sich dieses Projekt entwickelt hat", freut sich Omar Sosa. "Wie diese deutschen zeitgenössischen Jazzmusiker komplexe Avantgarde-Latin-Musik spielen, ist wirklich etwas Neues - für beide Seiten. Man sagt oft: "Deutsche können keine Latin Musik spielen, keine brasilianische oder japanische Musik. Aber wir sind alle Teil derselben Welt und wir sollten die Chancen nutzen, zusammen zu sein, unsere Kulturen zu genießen und sie miteinander zu teilen." 

Dienstag, 30. November 2010, 21 Uhr
Barcelona, Palau de la Música Catalana Jazzfestival

NDR Bigband – jaques morelenbaum (arr., Leitung)
horacio ‘el negro’ hernandez (dr) childo thomas (b) marcos ilukán (bata drums) omar sosa (p, marimba)

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Orchester und Chor