Stand: 25.02.2011 13:00 Uhr

Rhythmus im Herzen - Zum Tod von Horst Mühlbradt

von Michael Laages

Zum Tod des Pianisten und Bigband-Arrangeurs Horst Mühlbradt.

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Horst Mühlbradt, Jazz-Musiker, mit dem "Nürnberger Jazz-Collegium" bei Aufnahmen des Bayerischen Rundfunks, Studio Franken.

Als die fortschreitende Krankheit intensive Pflege nötig werden ließ, ist er zurück gezogen in die alte, zweite Heimat - aus der Hamburger in die Nürnberger Nachbarschaft. Jetzt ist Horst Mühlbradt dort im Alter von 81 Jahren gestorben, nur wenige Monate nach seiner Frau.

Von der Spree ins Frankenland

Nach Nürnberg war der aus Berlin stammende Gitarrist, Pianist, Komponist und Arrangeur 1950 schon einmal gekommen, als 20-Jähriger. Hier hatte er erste Bands gegründet, die oft im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks spielten.

 

Auch den fünf Jahre jüngeren Peter Herbolzheimer lernte Mühlbradt in Nürnberg kennen - und als der Ende der 60er-Jahre die "Rhythm Combination and Brass" gründete, war Mühlbradt dabei: als Percussionist, Pianist und Arrangeur. Auch am Nürnberger Opern- und Hamburger Schauspielhaus hatte er gearbeitet.

Eine neue Heimat

In Hamburg entdeckte Mühlbradt aber vor allem den Mittelpunkt des eigenen musikalischen Profils. Er arrangierte, besonders gern und regelmäßig für die Orchester des NDR: für die damalige "NDR Studioband", den Vorläufer der NDR Bigband, für das Tanz- und Unterhaltungsorchester, für das Rundfunkorchester Hannover, das heutige "NDR Pops Orchestra". Wie kaum ein anderer Arrangeur hat Mühlbradt das Klang-Bild dieser Ensembles über Jahrzehnte geprägt - wobei er immer diese große Liebe bewahrte zu allem, was sich rhythmisch filigran und vertrackt anhörte. Latin-Sounds aller Art hat er über alles geliebt.

Arrangements, die Jazzgeschichte schrieben

Auch Filmmusik hat er geschrieben ("Brennende Betten") und für legendäre Aufnahmen der NDR Orchester, etwa das "Last Concert" von und mit Chet Baker, lieferte er die Arrangements. Oft war er Wolfgang Schlüters Partner am Klavier. Und fast bis zuletzt schrieb er für das "Acoustic Art Trio", in dem er - so lange es eben ging - auch am Klavier saß.

Der NDR hat einen musikalischen Freund verloren, dessen Bigband-Sounds das Klangbild einer Epoche prägten.

Dieses Thema im Programm:

NDR Bigband | 27.03.2011 | 22:15 Uhr

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