Tribute to Horace Silver

Jacky Terrasson, Pianist © NDR
Jacky Terrasson

Das JazzFest Berlin hat dieses Jahr ganz im Zeichen des Jazzlabels Blue Note gestanden. Die NDR Bigband ging in ihrem Konzert am 7. November dem nachhaltigen Einfluss von Horace Silver mit einem besonderen Programm nach: "a blue note tribute to horace silver". Am Klavier war ein Stargast eingeladen: Jacky Terrasson, einer der schillerndsten Vertreter der Enkelgeneration des "Hard Bop Grandpop" Horace Silver. Wie schon sein legendärer Vorgänger legte auch Jacky Terrasson sein Debüt unter eigenem Namen bei Blue Note vor. Und wie Horace Silver vereint auch Jack Terrasson verschiedene Einflüsse zu einer kraftvollen Mischung. 1966 in Berlin als Sohn einer Französin und eines US-Amerikaners geboren, stieß er als Zwölfjähriger auf die Jazzplatten-Sammlung seiner Mutter. Als er fünfzehn Jahre darauf den Thelonious-Monk-Wettbewerb gewann, bejubelte ihn das New York Times Magazin als "einen der 30 Künstler unter 30 Jahren, die in den kommenden 30 Jahren die amerikanische Kultur beeinflussen werden".

"Funky Stil"

Nur wenige Jazzmusiker können eine Liste von rund 50 Alben unter eigenem Namen vorweisen, drei Viertel davon bei dem selben Label, dazu noch hunderte Aufnahmen als Sideman. Horace Silver, Jahrgang 1928, gehört ohne Zweifel zu jenen Musikern, die den Jazz entscheidend geprägt haben. Sein Einstieg ins brodelnde Zentrum des Bebop gelang ihm in kürzester Zeit, nachdem ihn Stan Getz 1950 während einer Tournee in Connecticut entdeckt hatte und mit nach New York nahm. Dort spielte der junge Pianist schon bald mit Stars der Szene wie Coleman Hawkins, Oscar Pettiford und Lester Young. 1952 betrat er mit Lou Donaldsons Band zum ersten Mal ein Blue Note-Studio. Noch im selben Jahr erschien sein Debüt unter eigenem Namen, am Schlagzeug: Art Blakey, mit dem Silver 1954 die "Jazz Messengers" gründete und auch im Miles Davis Quintet spielte. "Ich mochte die Art, wie er Klavier spielte", schrieb der Trompeter in seinen Memoiren. "Er hatte diesen 'funky' Stil, heizte mir richtig ein." Silvers Art des Klavierspiels, durchsetzt mit Elementen aus Blues, Gospel und kapverdischer Folklore, die er durch seinen Vater kennengelernt hatte, wurde gleichsam zum Markenzeichen des aufkeimenden Hard Bop. Silvers Kompositionen wie "The Preacher", "Song For My Father" und hunderte mehr gehören buchstäblich zu den Erkennungsmelodien nicht nur des legendären Blue Note-Sounds, sondern auch des modernen Jazz.

7. November 2009
21.30 Uhr Berlin (geändert)
JazzFest Berlin (4.-8.11.09)
Haus der Berliner Festspiele
"NDR Bigband featuring jacky terrasson a bluenote tribute to horace silver"
Jacky Terrasson (p)
Jörg Achim Keller (Leitung)

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