Stand: 13.09.2013 17:40 Uhr  | Archiv

Emotionales Achterbahnfahren mit Alex Hepburn

von Patricia Batlle
Alex Hepburn im Deutschen Theater in Göttingen beim NDR 2 Soundcheck Neue Musik Festival 2013.  Foto: Isabel Schiffler
In sich gekehrt betritt die Londoner Sängerin Alex Hepburn die Bühne des Deutschen Theaters.

Warum ist diese Frau so schüchtern? Wenn man die Augen schließt, spricht aus dieser Reibeisenstimme aus London, die zur Sängerin Alex Hepburn gehört, mehr Lebenserfahrung, als manch anderer in einem langen Leben sammelt. Doch die Britin mit schottischen Wurzeln, die viele Jahre ihrer Kindheit in Südfrankreich verbracht hat, hat durch Familienerlebnisse und Trennungen viel erlebt. Von emotionalen Wunden erzählt ihr dieses Jahr erschienene Debütalbum "Together Alone" (deutsch: zusammen allein), das dieses Weihnachtskind (geboren am 25. Dezember 1986) recht schüchtern im Deutschen Theater Göttingen im Rahmen des Festivals Soundcheck Neue Musik vorstellt.

Erstes Pop-Soul-Konzert im Deutschen Theater seit 1890

Wohl nie hat dieses Theater so laut über mehr als eine Stunde ein Konzert über ein Mikrofon gehört. Tatsächlich ist diese Art Show ein Debüt für das Deutsche Theater Göttingen seit 1890, wie NDR 2 Moderator Jens Mahrhold vor dem ausverkauften Haus ankündigt, das 2013 als neue Spielstätte des Festivals fungiert. Auch Familien sitzen erwartungsvoll auf den roten Klappsitzen und gehen zögerlich zum Klatschen über, als die 26-jährige Sängerin auf ihren roten Lackstilettos ins Rampenlicht tritt. Grund zum Mitklatschen bietet etwa ihr Hit "Miss Misery", danach spenden die Göttinger so viel Applaus, der erstmals ein zaghaftes Lächeln auf Alex Hepburns Gesicht zaubert.

Standing Ovations bei der Zugabe

Ein kleiner Schluck Wasser und dann spielt Hepburn ihre Neneh-Cherry-Hommage "Woman". Eine Zeile daraus passt zu ihr: "I'm the kind of woman, that is built to last" (deutsch: Ich bin diese Art von Frau, die zum Überdauern gebaut ist). Zwar sitzen - die Band spielt übrigens solide - nicht alle Töne an jeder Stelle des Livekonzerts wie auf ihrem Studioalbum. Dennoch wird dem Publikum klar, woher die Lobeshymnen und Vergleiche von Kritikern Hepburns mit ihren Vorbildern, Billie Holiday, Etta James, Janis Joplin oder mit ihrer Zeitgenossin Pink, kommen. Spätestens bei ihrem Hit "Pain" müsste es die Göttinger von ihren Sitzen reißen, als Alex Hepburn davon singt, wie Schmerz ein Teil von ihr ist. Eigentlich fehlt nur der Nebel, um mehr Drama auf die Bühne zu bringen. Doch endlich, zur Reprise ihres Liedes "Under", zu dem einige Gäste ihre Konzertlämpchen einknipsen, steht das vollends begeisterte Publikum auf den Füßen. Jetzt kann die Britin befreit lächeln.

 

Setlist:

  • Love To Love You
  • Bang Bang/Bang Bad Girl
  • Get Heavy
  • Miss Misery
  • Woman
  • Under
  • Angelina
  • Yeah Yeah
  • Stop Fucking Around
  • Look What You've Done
  • Pain Is
  • Under (Zugabe)

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 14.09.2013 | 10:00 Uhr