Stand: 13.09.2013 20:36 Uhr  | Archiv

Bastille: Gänsehaut und Ekstase pur

von Maxi Schmeißer

Sie sind die Shootingstars des NDR 2 Soundcheck Neue Musik Festivals - die vier Briten von Bastille. Die Band um Sänger Dan Smith ist der absolute Überflieger. Das Konzert in der ausverkauften Stadthalle in Göttingen ist für die Jungs vorerst das letzte in Deutschland, danach geht es auf Tour durch die USA.

Heimspiel für Bastille

Deswegen wundert es heute Abend im Saal auch niemanden so richtig, als pünktlich um 18 Uhr das Licht ausgeht und die Fans wie auf Kommando anfangen zu kreischen. Dass die vor allem weibliche Anhängerschar dem charismatischen Frontman Dan Smith heute Abend noch zum Greifen nahe kommen wird, ahnen die gut 1.500 Fans noch nicht. Fest steht: Dieses Publikum muss man nicht mehr anheizen, das ist schon heiß. Göttingen ist quasi ein Heimspiel für Bastille.

Hitze im Saal

Ohne viele Worte legt die Band mit "Bad Blood" aus dem gleichnamigen Debüt-Album los. Der Frontmann steht im grauen Kapuzenpulli mit dem Rücken zum Publikum, vor dem Schlagzeug, klatscht in die Hände - und das Publikum tut es ihm gleich. Die Fans sind textsicher, singen ab der ersten Zeile mit. Dass der Kapuzenpulli bei der Hitze im Saal völlig überflüssig ist, sieht Smith mit der markanten Haar-Tolle auch nach dem ersten Song ein.

Verwandlung in ein Lichtermeer

Der erste "Magic Moment" des Abends folgt unmittelbar: Bei dem langsamen Titel "Overjoyed" kommt die ganze Band an den Bühnenrand. Smith steht am Klavier und singt gefühlvoll. Der Saal verwandelt sich in ein Lichtermeer, die Dramatik ist kaum zu steigern. Der Song ist noch nicht einmal zu Ende, da applaudiert schon der ganze Saal.

Smith scheut keine Berührungen

Bastille überzeugen mit ihrer Mischung aus Indie-Rock und Pop. Sie wechseln immer wieder zwischen ihren schnellen Nummern wie "These Streets" und eher langsameren Titeln. Sänger Smith, Schlagzeuger Chris Wood, Bassist Will Farquarson und Keyborder Kyle Simmons haben enorm viel Spaß auf der Bühne, sie sind begeistert und begeistern zugleich. Frontmann Smith, der immer wieder an den Bühnenrand geht, um näher bei den Fans zu sein, zieht sich zu "Icarus" wieder seinen grauen Kapuzenpulli an, setzt die Kapuze auf und springt mit einem Mal in den Bühnen-Graben, läuft an den Absperrungen vorbei und stürzt sich mit seinem Mikro ins Getümmel. Die Fans können es kaum fassen - was für ein cooler Typ. Er schiebt sich singend durch die Masse, klopft den Fans auf die Schultern und scheut keine Berührungen.

Der ganze Saal bebt

Dass das Publikum ihm auf's Wort folgt, beweist es auch beim Cover des Dance-Klassikers "Of The Night". Kurz vor dem Refrain signalisiert Smith, dass das Publikum in die Hocke gehen soll, um dann mit dem Beat in die Höhe zu springen. Der ganze Saal bebt.

Zum Finale haben sich die vier Briten einen ganz besonderen Titel aufgehoben - "Pompeii". Die Masse ist schon nach den ersten Takten außer sich, die Jungs haben ein leichtes Spiel. Unter riesigem Applaus und ebenso viel Gekreische verabschieden sich die vier von der Bühne und hinterlassen überall glückliche Gesichter.

Setlist:

  • Bad Blood
  • Things We Lost In The Fire
  • Overjoyed
  • The Silence
  • What Would You Do
  • Oblivion
  • Weight Of The Living Pt. II
  • These Streets
  • Laura Palmer
  • Get Home
  • Icarus
  • Flaws
  • Of The Night
  • Pompeii

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 13.09.2013 | 18:00 Uhr