Stand: 14.11.2016 14:05 Uhr

VW bestreitet Eil-Termin in Abgasaffäre

Ein Schild weist einen Audi-Händler aus. © picture alliance/Horst Galuschka Foto: Horst Galuschka
Audi soll Abgaswerte manipuliert haben, aber hat offenbar nicht kurzfristig das KBA über neue Vorwürfe informiert.

Volkswagen bestreitet, dass sein Tochterunternehmen Audi das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei einem Eiltermin Anfang November dieses Jahres über neue Tricksereien in der Abgas-Affäre informiert hat. WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" hatten über diesen angeblichen Termin und neue Vorwürfe gegen Audi berichtet. Grundlage war ein internes Papier von Volkswagen, das offenbar Mitglieder des Vorstandes bekommen hatten, nachdem neue Vorwürfe aus den USA bekannt geworden waren. Darin werden zwei mutmaßliche Tricks von Audi geschildert, mit denen die VW-Tochter in den USA beziehungsweise Europa Emissionswerte bei offiziellen Messungen auf dem Prüfstand geschönt haben soll. Außerdem wird in dem Papier ein Termin beim KBA genannt, bei dem der Konzern die Behörde über eine "Warmlaufstrategie" für einen Katalysator informiert habe - mit dem Datum 5.11.2016.

Treffen beim KBA schon vor einem Jahr

VW erklärte nun dazu, das Treffen von Audi mit dem KBA habe bereits ein Jahr früher stattgefunden, also bereits am 5.11.2015. Das interne Papier sei in Bezug auf das Datum nicht korrekt, erklärte ein Sprecher am Sonntag. Drei Tage zuvor hatten NDR, WDR und SZ Volkswagen und Audi eine ausführliche Anfrage zu dem Papier und dem darin genannten Termin geschickt. VW hatte jedoch darauf nicht geantwortet. Audi äußerte sich am Freitag nur generell zu dem internen VW-Papier und den darin beschriebenen Vorgängen. Zu dem genannten KBA-Termin am 5. 11.2016 äußerte sich jedoch auch Audi nicht.

Der VW-Sprecher erklärte nun, man habe das fragliche Datum nicht thematisiert, da Volkswagen in der Abgas-Affäre einer strengen Geheimhaltungspflicht gegenüber den US-Behörden unterliege. Halte sich VW nicht an diese Verschwiegenheitspflicht, dann drohten hohe Strafen. Deshalb könne man bei Anfragen von Journalisten nicht auf Details eingehen. Das interne Papier hatte so den Eindruck erweckt, Audi habe Anfang November das KBA noch schnell über bestimmte Vorgänge informiert, bevor einen Tag darauf die "Bild am Sonntag" darüber berichtet hatte.

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Der Kühler eines Audis in einer Fabrikhalle. © dpa - Bildfunk Foto: Bernd Weissbrod

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NDR Info | 14.11.2016 | 15:00 Uhr

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