Sendedatum: 16.08.2020 09:15 Uhr

Das Kirchenlexikon - Mantra

von Oliver Vorwald

"Mantra. Wieder so ein religiöser Begriff, der immer wieder in Talkshows fällt. Worum geht es dabei?"

Safrangelbe Kleider, wippende Köpfe, sonorer Singsang: Wieder und wieder formen die Mönche das "Om", summen es in den Tempel. Ein besondere Atmosphäre, spirituell, meditativ. Mantras sind elementar für die asiatischen Religionen, für Hinduismus und Buddhismus. Sie stehen häufig am Beginn und am Ende eines Gebets. 

Mantras - Mit dem Göttlichen in Berührung bringen

Frau sitzt im Lotusitz auf einer herbstlichen Wiese. © fotolia Foto:  gradt
Ob Mantra oder Jesusgebet: Meditation ist gut für die Gesundheit.

Einige Mantras sind kurz, bestehen aus nur einer Silbe, andere wiederum haben Verslänge und bilden einen Sinnspruch. Das Wort "Mantra" stammt aus dem Sanskrit, einer altindischen Sprache. Es bedeutet "Schutz des Geistes". Jedes Mantra steckt voller Energie, so der Glaube. Das beständige Rezitieren aktiviert diese spirituelle Kraft. Sie soll den Beter - seinen Geist - trösten, stärken oder mit dem Göttlichen in Berührung bringen. Als das höchste und wichtigste Mantra gilt das "Om". Denn das Om trägt alle anderen Mantras in sich, heißt es.

Jesus- oder Herzensgebet ist eine mantrische Form

Auch das Christentum kennt die mantrische Form der Meditation und Gottesschau. Dazu gehört das Jesus- oder Herzensgebet. Hier wird der Name Jesus Christus beständig wiederholt. Oft ist die Rezitation mit einem kurzen Vers verbunden wie „erbarme dich meiner“. Entstanden ist das Jesusgebet vor vielen Jahrhunderten im östlichen Mönchtum. Die Tradition fußt auf einer Bitte des Apostels Paulus: "Betet ohne Unterlass!" (1 Thess 5,17).

Ob buddhistisches Mantra oder Jesusgebet. Die Wirkung bleibt dieselbe: Beide Meditationsformen sind gut für das Herz und Kreislauf, berichtet ein britisches Medizin-Magazin. Der gleichbleibende Rhythmus fördere die Konzentration und innere Ruhe. 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 16.08.2020 | 09:15 Uhr

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