Sendedatum: 29.04.2014 21:15 Uhr  | Archiv

Europawahl: Rechte machen mobil

von Felix Pankok

Seitdem das Bundesverfassungsgericht dieDrei-Prozent-Hürde für die Europawahl am 25.Mai gekippt hat, wittern viele kleine Parteien in Deutschland Morgenluft. So auch die NPD. Sie will ins Europäische Parlament einziehen und dort mit den anderen rechtsextremen Parteien gemeinsam für ihre Ideen eintreten.

Rechtsnational aus ganz Europa treffen sich im im thüringischen Kirchheim

Europawahl: Rechte machen mobil

Panorama 3 -

Seit die Drei-Prozent-Hürde gefallen ist, macht sich die NPD Hoffnung auf den Einzug ins Europäische Parlament - zusammen mit gleichgesinnten Rechtsnationalen.

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Neonazis aus Vorpommern marschieren in Ungarn zum Gedenken an die gemeinsame nationalsozialistische Geschichte mit.

Europaweit besonders aktiv: Neonazis und NPD-Kader aus Mecklenburg-Vorpommern. So besucht ein ehemaliger Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion ein Sommercamp in Schweden. Weiterbildung in Rassenlehre steht da unter anderem auf dem Programm. Oder Neonazis aus Vorpommern - einige von Ihnen sind Kreistagsmitglieder und Gemeindevertreter der NPD - sie marschieren in Ungarn mit. Zum Gedenken an die gemeinsame Nationalsozialistischen Geschichte.

"Reines, arisches Europa"

Die Jugendorganisation der NPD hat zu einem Treffen von Rechtsnationalen aus ganz Europa eingeladen: Ob aus Belgien, der Schweiz, aus Italien und England,im thüringischen Kirchheim beschwören sie gemeinsam ein "reines, arisches Europa" - ohne Einwanderer. So wie Udo Voigt, der ehemalige NPD-Vorsitzende und jetzige Spitzenkandidat für die Europa-Wahl: "Wir haben die gleichen Probleme in Europa, ein Hauptproblem ist die Überfremdung. Wir sollten in Europa mehr zusammenrücken, mehr zusammenarbeiten. Wir müssen zusammenstehen, um die Welt zu befreien." Schließlich wisse man, dass das, was die eigenen Völker ausmache, in den Genen liege und nicht durch irgendwelche Erziehung geändert werden könne.

Integration sei Völkermord

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"Integration ist ein langsamer Völkermord": Nick Griffin, British National Party.

Beistand erhält Voigt in Kirchheim von einem der "Stars" der Nazi-Szene, dem britischen Europa-Abgeordneten Nick Griffin von der British National Party: "Viele der Afrikaner, die Britannien überschwemmen, Hunderttausende in den letzten fünf Jahren, sind Christen. Sicher gute Christen, aber das ist mir doch egal! Die haben keinen Platz in meinem Land, sie haben keinen Platz in unserem Europa! Denn Integration ist nicht wunderbar, denn Integration zerstört unsere Kultur und unsere Rasse. Integration ist ein langsamer Völkermord."

Applaus, als die europäische Flagge brennt

Griffin geht sogar noch weiter. Nach seiner Auffassung seien viele europäischen  Staaten nicht mehr wirklich europäisch: "Und es tut mir leid: Britannien ist das nicht mehr, und Deutschland ist das nicht. Schaut euch Nürnberg, Berlin an. Sind das deutsche Städte? Nein, das sind türkische Städte."

Die europäischen Rechtsradikalen wollen für ein anderes Europa kämpfen und bringen sich in Kirchheim in Stimmung: Der größte Applaus brandet auf, als auf der Leinwand im Saal die europäische Flagge verbrannt wird.

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Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 29.04.2014 | 21:15 Uhr