Stand: 07.11.2004 23:15 Uhr  | Archiv

Zapp-Spezial: Hauptsache Schlagzeilen!

Bericht zur Lage des deutschen Journalismus

Immer mehr Konkurrenz, immer schneller, immer kommerzieller - für den Journalismus in Deutschland scheint im Jahr 2004 nur die Sensation und das Tempo zu zählen. Nichts scheint älter als die Nachricht von gestern. Die Neujahrsrede wird vorab zitiert, das Verfassungsgerichtsurteil kommentiert, bevor es verlesen ist. Die Reaktion ist schneller als die Aktion.

Kampagne statt Recherche

Statt ordentlicher Recherchen gibt es Kampagnen. Manche große Zeitung oder deren Chefredakteur macht lieber gleich selbst Politik, als darüber zu berichten. Die Journalisten stehen unter einem enormen Zeitdruck. Alle rennen hinter einem Thema her, das wöchentlich, manchmal täglich wechselt.

Auf Relevanz wird kaum mehr geachtet. Die Politiker in Berlin flüchten sich in inhaltsleere Statements. Kritische Nachfragen werden im schnellen Geschäft immer seltener. Vor allem dann, wenn die Reporter dafür nicht ausgebildet sind. Zu jung, zu wenig Erfahrung, kaum Fachwissen - so lautet das Urteil vieler Politiker über die Fragensteller.

Sandra Fiene, Anja Reschke und Julia Salden ziehen eine Bilanz über den Zustand des Journalismus in Deutschland 2004. Ihr Fazit: Es geht weniger um Information oder nüchterne Berichterstattung, sondern vorrangig um eines: Hauptsache Schlagzeilen!

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 07.11.2004 | 23:15 Uhr

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