Sendedatum: 07.10.2009 23:05 Uhr  | Archiv

Stellungnahme Vattenfall

Die Fragen der Zapp-Redaktion:

1. Vattenfall zeigt sich in Deutschland in Werbeanzeigen und Aktionen sehr umwelt- und klimabewusst. Auf der anderen Seite hat Vattenfall in Deutschland einen Strommix, der bislang hauptsächlich auf Kohle setzt, und damit sehr viel klimaschädliches CO-2 produziert. Tritt Vattenfall hier umweltfreundlicher auf, als es der Realität entspricht?

2. Kritiker monieren, Vattenfall wolle sich mit derlei Anzeigen und Aktionen wie der "Klimaakademie" oder der Klima-Unterschriftenaktion "grün waschen" und von ihrem Kerngeschäft ablenken. Was sagen Sie dazu?

3. Wenn für Vattenfall die Reduzierung von CO-2 ein zentrales Anliegen ist , wie passt dazu, dass die von Vattenfall beauftragte PR-Agentur Hill&Knowlton noch im Jahr 2005 einen PR-Award dafür erhielt, dass sie mittels PR-Aktionen sicherstellte, dass - Zitat - "die umfassenden Leistungen des Unternehmens zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes im Gesetz berücksichtigt wurden." sprich, das Gesetz zu Gunsten von Vattenfall geändert wurde?

Am 29.09.2009 um 17:31 Uhr antwortete Vattenfall per E-Mail:

zu 1.
Vattenfall hat die gesellschaftlichen Herausforderungen erkannt. Wir sind ein Teil des Problems, werden aber auch ein Teil der Lösung sein. Wir werden die CO2-Emissionen bei der Energieerzeugung deutlich senken. Unser Ziel ist es, bis 2030 den CO2-Ausstoss zu halbieren und bis 2050 Strom und Wärme klimaneutral zu produzieren. Bisher sind wir das einzige Energieunternehmen weltweit, das sich so klare Ziele gesetzt hat. Nur so werden wir unsere Vision, ein führendes europäisches Energieunternehmen zu sein, glaubwürdig verwirklichen. Diesen Weg nennen wir „Making Electricity Clean“. 
Erste Meilensteine innerhalb dieser Strategie sind gesetzt: Seit 2008 betreiben wir die weltweit erste Pilotanlage zur CO2-Abscheidung bei der Kohleverstromung, denn wir setzen weiterhin auf die Kohle als wichtigen und unverzichtbaren Energieträger innerhalb eines bezahlbaren Energiemix. Für Berlin haben wir ein neues Energiekonzept vorgelegt, das auf Gas und Biomasse setzt, seit kurzem liefern die ersten Hochsee-Windräder in Deutschlands größtem Offshore-Projekt alpha ventus Strom und im Bereich Wellenenergie starten wir mit Forschungsprojekten vor der norwegischen Küste. In Zukunft konzentrieren wir uns auf den verstärkten Einsatz von Windenergie, Biomasse und Wasserkraft sowie auf die CCS-Technologie.

zu 2.
Die globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist es, den steigenden Energiebedarf zu decken und den Klimawandel zu begrenzen. Auch wir als Unternehmen sind gefordert, Lösungen zu finden, um das Klima zu schützen. Das erwarten unsere heutigen und unsere zukünftigen Kunden von uns. Unsere Unternehmensstrategie  „Making Electricity Clean“ ist der Beweis, dass unseren Ankündigungen Taten folgen.

zu 3.
Hierbei handelt es sich um eine Jury-Begründung aus dem Jahre 2005, auf die weder die angesprochene Agentur noch Vattenfall Einfluss hatten oder haben. Dennoch wollen wir die erwähnte CO2-Reduzierung, die damals wie heute (siehe vorhergehende Antworten) ein zentrales Anliegen von Vattenfall ist, nicht in Frage stellen. Hieran arbeiten wir im Rahmen unserer Strategie „Making Electricity Clean“ täglich und mit großem Nachdruck.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 07.10.2009 | 23:05 Uhr

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