Stand: 10.12.2019 19:45 Uhr

Boom der Foodmagazine

von Barbara Bessler

In kaum einer Zeit ist "Essen" ein so großes Thema wie in der Weihnachtszeit: Kekse, Weihnachtsbraten, Heiligabend-Menü: Über wenig machen sich die Menschen dieser Tage mehr Gedanken als um die delikateste Nahrungsaufnahme. Dabei helfen auch die unzähligen Food-Magazine: Bunte Hefte in mehr oder weniger aufwändiger Aufmachung, die zu Dutzenden in den Supermärkten und Kiosken ausliegen. Sie gehören zu den wenigen Segmenten im Print, mit denen die Verlage entgegen dem Trend noch richtig Geld verdienen.

Boom der Foodmagazine

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Food-Magazine gehören zu den Print-Segmenten, die entgegen dem Trend noch richtig Geld bringen. Vor allem in der Weihnachtszeit gibt es kaum ein größeres Thema als Essen.

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Immer mehr Special-Interest-Titel

"Wir haben jetzt zehn Titel insgesamt, inklusive der Sonderhefte, wir haben auch diverse Onlineformate und andere Produkte. Ich glaube, da ist noch Luft nach oben. Food ist ein ganz großer Trend, ist ein Mindset, dass wir noch ganz lange bedienen können", erklärt Gabriele Mühlen, die Chefredakteurin vom House of Food.

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Gabriele Mühlen setzt auf den Food-Trend.

Im letzten Jahr listete der Verband der Werbeträger Essenszeitschriften in Deutschland in einer verkauften Auflage von 2,5 Millionen. Viele Indie-Titel und Nischenzeitschriften sind darin gar nicht enthalten. Immer mehr, immer neue Foodmagazine füllen die Regalmeter. Jeder Trend wird bedient: Hefte für Fleischfans und Veganer, kulinarische Reiseführer und Gastrotipps.

Die Titel kommen und gehen, erläutert Medienjournalist Roland Pimpl von "Horizont": "Das hängt auch damit zusammen, dass es für den Verlag einfacher geworden ist, es einfach mal zu versuchen. Früher hat ein Verlag erst eine Redaktion eingestellt und eine riesige Marktforschung gemacht. Jetzt sind die meisten Großverlage so organisiert, dass es zentrale Foodredaktionen gibt mit eigenen Versuchsküchen. Und aus diesem Team heraus werden einfach mal neue Titel auf dem Markt versucht, das heißt die Marktforschung findet am Kiosk statt."

Bündelung im "House of Food"

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Dachmarke für viele Titel: House of Food.

Bauer hat seine Produktion inzwischen im "House of Food" gebündelt. Ein Haus - tausende Seiten Inhalt: Malte Jensen, Verlagsleiterin des House of Food der Bauer Media Group, erklärt: "Wir produzieren mehr als 14.000 Seiten Food-Content, jedes Jahr, wir haben 100.000 Rezepte entwickelt, gestylt und geshootet. Von Hamburg in die Welt, in der Hansestadt werden Rezepte für Kunden und Magazine in den USA, England und Frankreich produziert." Die schiere Menge schafft Synergien, dazu kommt eine geschickte Vermarktung, zum Beispiel durch Personality-Magazine der Promi-Köche: Ob Poletto, Mälzer oder Lafer, sie alle haben ihre eigenen Hefte. Da geht es um Rezepte, aber auch um Produkte und die Marke selbst.

Manch ein Heft ist schon selbst eine Marke. "Beef", das Heft für den ausgewählten Fleischgenuss, vermarktet beispielsweise Reifekühlschränke des gehobenen Preissegments. Demnächst wird es ein Restaurant gleichen Namens geben. Solche Marken nennen die Macher 360-Grad-Marken: "Am Beispiel der Marke Lecker kann man ganz gut erklären, dass wir eine 360-Grad-Marke haben. Wir haben Printobjekte und wir haben Produkte im Handel, also Lizenzprodukte, wir haben Weine, wir haben einen Lecker Laden, wir haben Events und wir haben den Lecker-Liebling-Award", so Chefredakteurin Gabriele Mühlen. Und zu Weihnachten ziehen wieder die klassischen Rezepte - für Kekse, Baten und Menü.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 11.12.2019 | 23:20 Uhr