Wie geht das? Ein Atomkraftwerk zurückbauen

Freitag, 26. Juli 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Luftaufnahme vom Kernkraftwerk Unterweser im Landkreis Wesermarsch.

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Die Tage des Kernkraftwerks Unterweser im Landkreis Wesermarsch sind gezählt. Kraftwerkbetreiber PreussenElektra hat mit dem Abbau des im Jahr 2011 abgeschalteten Reaktors begonnen. Die Dimensionen des Rückbaus sind gigantisch: Nach Berechnungen von PreussenElektra müssen insgesamt 675.000 Tonnen Abbruchmaterial entsorgt werden - davon rund 482.000 Tonnen Beton, Kabel und Stahl aus dem konventionellen Teil. Die Gesamtmasse des nuklearen Kontrollbereichs mit dem Reaktorgebäude und dem Hilfsanlagengebäude beträgt 193.000 Tonnen.

Rückbau von innen nach außen

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Brennelemente werden in den Castor verladen.

Der Rückbau des Kernkraftwerkes erfolgt dabei von innen nach außen. Zunächst werden die höher radioaktiv belasteten Anlagenteile im Kontrollbereich abgebaut, um die Strahlenbelastung für das Personal so weit wie möglich zu reduzieren. Die Reaktorkomponenten werden unter Wasser zerkleinert. So wird die Strahlung abgeschirmt und ein Freisetzen von Staub in die Luft verhindert. Jedes einzelne Teil des Atomkraftwerks muss auf 80 Zentimeter zersägt und genauestens auf Strahlung untersucht werden. 98 Prozent der Bauteile sollen so in den natürlichen Wertstoffkreislauf überführt, also recycelt werden.

Bürger haben Bedenken

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Schon 2011 wurde der Reaktor abgeschaltet.

Bürgerinitiativen sehen jedoch ein Sicherheitsrisiko und haben Bedenken, dass radioaktiver Schutt auf benachbarten Deponien landet. Sie wollen klagen. PreussenElektra verspricht dagegen größtmögliche Transparenz und verweist auf Erfahrungen im Kraftwerksrückbau. Die 180 Kraftwerksmitarbeiter freuen sich, dass es endlich losgeht. Etwa 15 Jahre wird der Rückbau dauern. Die Kosten belaufen sich auf circa eine Milliarde Euro. Die Reportage aus der Reihe Wie geht das? begleitet den Rückbaubeginn des einst leistungsstärksten Reaktors der Welt.

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Redaktionsleiter/in
Susanne Wachhaus
Redaktion
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Leitung der Sendung
Andrea Lütke
Produktionsleiter/in
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Autor/in
Marco Heuer