Unsere Geschichte

Hitlers Zorn - Die Kinder von Bad Sachsa

Samstag, 20. Juli 2019, 12:00 bis 13:00 Uhr

Die Geschwister Helmtrud und Albrecht von Hagen wurden in ein Nazi-Kinderheim in Bad Sachsa verschleppt. Ihr Vater war am Attentat auf Hitler beteiligt und wurde am 8.8.1944 hingerichtet. © NDR

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"Verräter": So wurden die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 noch lange nach Ende des Zweiten Weltkriegs genannt. Nur wenige Stunden nach dem gescheiterten Attentat befahl Adolf Hitler: "Elemente, die jetzt unbarmherzig ausgerottet werden." "Da ist Verräterblut drin", warnte Reichsinnenminister Heinrich Himmler und verfügte die "absolute Sippenhaftung".

Kinder der Hitler-Attentäter wurden verschleppt

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Die Geschwister Helmtrud und Albrecht von Hagen wurden in ein Nazi-Kinderheim in Bad Sachsa verschleppt.

Die Kinder der Widerstandskämpfer waren "Verräterkinder". Deren Väter wurden hingerichtet, ihre Mütter ins Gefängnis gesteckt. Die Töchter, Söhne und Enkel wurden in ein Nazikinderheim nach Bad Sachsa im Harz verschleppt: 46 Mädchen und Jungen im Alter von einem Monat bis zu 15 Jahren. So wurden die Kinder zu Geiseln und bekamen einen anderen Namen.

Aus der Geschichte lernen

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Auch Rainer und Carl Goerdeler, Enkel des hingerichteten Hitler-Attentäters Carl Friedrich Goerdeler, kamen nach Bad Sachsa.

Anlässlich des 75. Gedenktages des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler hat der mehrfach preisgekrönte NDR Autor Michael Heuer die ehemaligen Kinder von Bad Sachsa getroffen. Zum ersten Mal sprechen sie im Fernsehen über ihr heutiges Leben: Wie haben sie das Trauma der Internierung in Bad Sachsa verarbeitet? Welchen beruflichen Weg sind sie gegangen? Und: Was denken sie über den wieder erstarkten Rechtsextremismus in Deutschland?

Zeitzeugen erinnern sich

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Als 15-jähriger wurde Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld in dem NS-Kinderheim gefangen gehalten.

Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, mit 90 Jahren der älteste Zeitzeuge, die Geschwister Helmtrud und Albrecht von Hagen, damals acht und elf Jahre alt, Friedrich-Wilhelm von Hase, der als Siebenjähriger allein ohne seine älteren Geschwister nach Bad Sachsa deportiert wurde, die drei Hansen-Geschwister Frauke, Karsten und Wolfgang und die Enkel Rainer und Carl Goerdeler, damals vier Jahre beziehungsweise 16 Monate alt. Ihr Großvater wäre nach einem geglückten Umsturz der Naziherrschaft Reichskanzler geworden.

Fünf Erfahrungen einer verlorenen Kindheit, aber zugleich einer nie aufgegebenen Hoffnung: dass Menschen in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen.

Geschichte

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Autor/in
Michael Heuer
Regie
Michael Heuer
Kamera
Jörg Hieronymus
Hannes Giersberg (Luftaufnahmen)
Ton
Hannes Giersberg
Adrian Lange
Schnitt
Lukas Finn Brückner
Musik
David Mautz
Tonmischung
Dirk Austen
Sprecher/in
Gert Heidenreich
Carolin Eichhorst
Caroline Junghanns
Doreen Nixdorf
Lina Klemm
Redaktion
Christoph Mestmacher
Produktionsleiter/in
Jost Nolting