Sportclub Story - Alexandra Popp: Die große Fußballbühne

Sonntag, 11. September 2022, 23:35 bis 00:05 Uhr

Fußballerin Alex Popp erlebte bei der UEFA Women's EURO 2022 im Sommer die schönsten und gleichzeitig bittersten Momente ihrer Karriere. Nach einer langen Verletzungspause und anschließender Coronainfektion gelang der 31-Jährigen ein Comeback im Nationalteam, mit dem sie selbst nicht gerechnet hatte: Die DFB-Kapitänin traf bei der Europameisterschaft in jedem Spiel und führte das deutsche Team ins Finale von Wembley. Obwohl sie in der Startaufstellung stand, musste sie wegen muskulärer Probleme passen und konnte das Endspiel nicht spielen. Ohne Popp unterlag die deutsche Frauennationalmannschaft England mit 1:2. Die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball in Deutschland aber ist immens gestiegen, ist so groß wie nie zuvor. "Und vielleicht ist das mehr wert als ein Titel", sagt Popp.

Alexandra Popp (li.) mit Reporterin Inka Blumensaat beim Interview in London. © NDR/Inka Blumensaat
Alexandra Popp (li.) mit Reporterin Inka Blumensaat beim Interview in London.

Alex Popp ist Olympiasiegerin und hat mit ihrem Verein, dem VfL Wolfsburg, sieben deutsche Meisterschaften und zwei Champions-League-Titel gewonnen. Nur eine Europameisterschaft hatte sie nie gespielt. Aufgrund von Verletzungen verpasste sie nach dem Turnier 2013 auch das im Jahr 2017. "Als da klar war, dass ich mir den Meniskus gerissen hatte, war der erste Gedanke, dass ich jetzt einfach aufhöre, dass es nicht sein soll. Aber Familie und Freunde haben gesagt: Das bist nicht du, jetzt zu sagen: das war`s. Du arbeitest immer weiter. Und Gott sei Dank habe ich es getan, um jetzt auch diesen Moment hier zu erleben", sagt Popp rückblickend bei einem Interview während des Turniers im Sommer 2022.

Gerade von einer Coronainfektion genesen, kam die Stürmerin im ersten Gruppenspiel gegen Dänemark noch von der Bank ins Match und traf gut 20 Minuten nach ihrer Einwechslung. Das erste von sechs Toren im Turnier. "Ich bin so dankbar, hier sein zu können und genieße die Momente so sehr. Dadurch kann ich befreiter aufspielen", erklärt Popp ihre Treffsicherheit. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg fand große Worte: "Poppi ist über Grenzen gegangen. Sie hat so viel gearbeitet und gelitten, jetzt führt sie das Team als Kapitänin mit beeindruckender Reife."

Trotz des verpassten Titels: Die Kapitänin und ihr Team haben bei dieser Europameisterschaft viel gewonnen. Fast 18 Millionen Menschen haben das Finale im TV gesehen, nach dem Turnier wurde Alexandra Popp von Medienanfragen überhäuft, war zu Gast in Talkshows und wurde für das "Comeback des Jahres" geehrt. Roter Teppich statt grüner Rasen, eine neue Bühne für die Fußballerin. Alex Popp hofft, dass das Interesse an ihrem Sport nachhaltig steigt und fordert, die Rahmenbedingungen im Frauenfußball weiter zu verbessern.

Autor/in
Inka Blumensaat
Produktionsleiter/in
Matthias Most
Redaktion
Florian Fehrenbach

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