Sportclub Story - Vom Wendland in die Weltklasse

Almuth Schult - Deutschlands Nr. 1

Sonntag, 29. September 2019, 23:35 bis 00:05 Uhr

Almuth Schult beim Interview in Wolfsburg. © NDR

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Almuth Schult ist eine der erfolgreichsten aktiven Fußballerinnen Deutschlands. Die 28-Jährige, geboren und aufgewachsen im Wendland in Niedersachsen, ist Olympiasiegerin, hat die Champions League gewonnen, holte vier deutsche Meistertitel und fünfmal in Folge den DFB-Pokal. Sie zählt zu den wenigen Gesichtern des Frauenfußballs hierzulande und ist eine gefragte Interviewpartnerin, denn sie findet stets klare Worte und äußert auch offen Kritik an den Verbänden wie DFB und FIFA. Almuth Schult will nicht nur Titel gewinnen, sie will auch den Frauenfußball wirtschaftlich und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung voranbringen.

Ein schweres Jahr

2019 war ein schweres Jahr für die auf und neben dem Platz so unerschütterlich wirkende Frau. Im Januar, während eines Trainingslagers in Portugal, litt sie unter einem zunächst lange rätselhaften Infekt mit hohem Fieber, Ausschlag, Entzündungen im Hals und an den Augen. "Es ging mir körperlich noch nie so schlecht, das waren die schlimmsten Tage meines Lebens", erinnert sie sich. Im Krankenhaus in Faro (Portugal) wollten die Ärzte ihr Kortison spritzen, nur die Intervention des Wolfsburger Mannschaftsarztes verhinderte das. "Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich Kortison bekommen hätte. Es hätte sein können, dass das Immunsystem so den Kampf gegen den Virus verliert, dass ich vielleicht gestorben wäre." Letztlich wird Almuth Schult nach Hamburg ausgeflogen und dort im Institut für Tropenmedizin behandelt. Endlich erhält sie eine Diagnose: Masern. Sie war davon ausgegangen, wegen einer Infektion in der Kindheit dagegen immun zu sein und war nicht geimpft.

Nach ihrem Comeback kam schnell der nächste Rückschlag: eine schwere Schulterverletzung, trotz derer die Torhüterin noch mehrere Bundesligaspiele, das Pokalfinale und die Weltmeisterschaft im Sommer in Frankreich bestritt.

Zwischen Bauernhof und Bundesliga

In der "Sportclub Story" spricht Almuth Schult erstmals über die genaue Diagnose und erklärt, warum sie vor der Weltmeisterschaft über das schwere Ausmaß der Verletzung schwieg: "Wenn ein Fehler passiert wäre, hätte es einen Riesenaufschrei gegeben. Dazu muss man als Torwart immer suggerieren, dass es einem gut geht. Wenn der Gegner eine Schwäche erkennt, wird er mehr aufs Tor schießen. Man steht besser im Tor und sagt: Du schießt hier keinen Ball rein. Mir geht's super. Und das musste ich leider dieses Jahr sehr oft schauspielern."

NDR Autorin Inka Blumensaat hat Almuth Schult nach der Schulteroperation in München im Krankenhaus besucht und die Reha in Wolfsburg begleitet. Beim Treffen in der Heimat der Fußballerin im Wendland erzählt die Nationaltorhüterin von ihrer Kindheit, Jugend und ihrem Leben, heute gemeinsam mit ihrem Mann im Dörfchen Lomitz. Zwischen Bauernhof und Bundesliga: das Porträt einer beeindruckenden Sportlerin.

Autor/in
Inka Blumensaat
Produktionsleiter/in
Matthias Most
Redaktion
Hendrik Deichmann