Sendedatum: 20.02.2011 19:30 Uhr  | Archiv

Zeitreise: "Gesprengte Ketten"

Malerische alte Häuser im Oluf-Samson-Gang in Flensburg. © picture-alliance/HB Verlag Foto: Katja Kreder
Der Spielfilm "Gesprengte Ketten" beschreibt eine im Kern wahre Begebenheit, die teilweise in Flensburg spielt.

Der 1963 gedrehte amerikanische Spielfilm "Gesprengte Ketten" erzählt die Geschichte des schwer gesicherten Lagers im schlesischen Sagan. In einer Szene geht Steve McQueen als Gefangener lässig den Lagerzaun entlang. Er prüft aufmerksam, ob es vielleicht eine Fluchtmöglichkeit gibt. Die Gefangenen wollen ausbrechen, und sie haben einen Plan. Sie wollen einen Tunnel bis in den Wald graben, um so unbemerkt das Lager verlassen zu können. Doch sie haben sich verrechnet. Der Tunnel ist zu kurz. Er endet direkt vor dem Lagerzaun. Sie müssen mehrere Meter über freies Feld rennen.

Gefangenen gelingt spektakuläre Flucht

Dennoch gelingt 76 alliierten Gefangenen am 25. März 1944 die Flucht. Unter ihnen der 23 Jahre alte Halldor Espelid. Gemeinsam mit drei anderen Piloten schlägt er sich von Sagan nach Breslau durch. Dort nehmen sie den Zug Richtung Norden. Über Flensburg wollen die Ausbrecher weiter nach Norwegen.

Das Ziel vor Augen

Inzwischen hat Adolf Hitler von dem Ausbruch erfahren. Hitler ist rasend vor Wut. Er befiehlt SS-Chef Heinrich Himmler, die Ausgebrochenen zu jagen und zu ermorden - mit Einwilligung der Wehrmacht. Auch an die Gestapo-Zentrale in Kiel ergeht der Befehl: In Schleswig-Holstein aufgegriffene Piloten sollen die Verhaftung nicht überleben.

Am 26. März kommen die vier Piloten in Flensburg an. Jetzt sind sie ihrem Ziel ganz nah: Dänemark und dann weiter Richtung Norden. Sie tragen selbst geschneiderte Zivilkleidung, haben sich Pässe gefälscht. Zu Fuß wollen sie in Zweiergruppen über die Grenze. Aber noch in der Innenstadt fallen sie einer Polizeistreife auf. Sie werden kontrolliert und enttarnt. Arnold Christensen, Halldor Espelid, James Catanach und Nils Fuglesang werden ins Flensburger Gefängnis gesperrt. Drei Tage später holen sie Kieler Gestapo-Beamte ab. Die Gefangenen wissen nicht, dass für sie bereits ein Hinrichtungsort ausgesucht worden ist: Rotenhahn bei Flintbek. Dort werden sie erschossen.

Ereignisse rekonstruiert

Nach dem Krieg haben die Engländer die Ereignisse rekonstruiert. Zunächst wurde der australische Major James Catanach erschossen, dann die die drei anderen Piloten. Im Film sieht man eine ähnliche Szene: Die Gefangenen sind vollkommen überrascht, als sie erkennen, dass sie mit einem Maschinengewehr hingerichtet werden sollen.

Dieses Thema im Programm:

20.02.2011 | 19:30 Uhr