Stand: 28.07.2020 18:02 Uhr

Sinopharm

Name des Impfstoffs: ?

Art: Impfstoff mit inaktiviertem Virus

Webseite: Sinopharm

Redaktioneller Hinweis

Viele Forschungseinrichtungen und Firmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings ist es teils schwierig, unabhängige Informationen zu den Projekten zu erhalten. Manche Teams haben bereits Daten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die andere Experten beurteilen können. Zu anderen Impfstoff-Kandidaten ist wenig bekannt, manches nur aus Pressemitteilungen der beteiligten Unternehmen. Eine Prüfung der Daten und Methoden ist dann kaum möglich.

Das chinesische Staatsunternehmen Sinopharm lässt seit Mitte Juli zwei Varianten eines möglichen Corona-Impfstoffs in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einer großen Studie testen. 15.000 Probanden sollen insgesamt teilnehmen. Je 5.000 von ihnen bekommen eines der Mittel gespritzt - und ein Drittel der Studienteilnehmer ein Placebo.

Zu Sinopharm gehören unter anderem das Institut für Biologische Produkte in Wuhan gehört wie das gleichnamige Institut in Peking. Beide haben in den vergangenen Monaten an einem Impfstoff mit inaktivierten Viren gearbeitet.

Ende April meldete die staatliche Nachrichtenagentur, dass das Team in Wuhan die erste klinischen Studie (Phase 1) mit 96 Probanden abgeschlossen habe.

Offenbar war die weitere Entwicklung dann jedoch ins Stocken geraten, weil in China das Virus kaum mehr vorhanden war. Deshalb ist dort zurzeit eine große Studie zur Wirksamkeit, also zur Frage, ob die Impfung tatsächlich vor Ansteckung schützt, nicht möglich. 

Am 20. Juni berichtete dann das chinesische Fernsehen CGTN, es gebe neue Hoffnung für den Impfstoff. Sie wollten nun die abschließende Phase-3-Studie im Ausland durchführen. Wenige Tage später hieß es, dass Unternehmen habe eine entsprechende Vereinbarungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen.

In der Zwischenzeit soll Sinopharm bereits seine Kapazität ausgebaut haben und nun bis zu 200 Millionen Dosen des Impfstoffs pro Jahr herstellen können. Das Staatsunternehmen hatte Ende 2019 nach eigenen Angaben knapp 94.000 Angestellte und einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro.

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Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 der klinischen Studien sind sowie die der deutschen Firma Curevac und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen.