Stand: 30.04.2013 21:05 Uhr Archiv

Schweizer Vorbild "Arxhof"

Alltag im Jugendknast - Arxhof
Fast idyllisch gelegen: Der Arxhof, ein sogenanntes "Maßnahmenzentrum für junge Erwachsene".

Verborgen in den Hügeln südlich von Basel liegt der Arxhof. An grauen Werkstatthallen führt der Weg vorbei zu den Wohnhäusern. Es gibt keine Zäune, keine Wachtürme, keinen Stacheldraht, keine Stahltore, keine Eingangskontrollen. Alles macht einen offenen sauberen Eindruck. Dass hier 46 junge Menschen leben, die zum Teil brutale Straftaten begangen haben, ist schwer zu begreifen.

Der Arxhof ist ein sogenanntes "Maßnahmenzentrum für junge Erwachsene". Er steht in besonderer Weise für den Umgang der Schweiz mit jugendlichen Straftätern. Wer hier vom Gericht verurteilt wird, erhält neben der Freiheitsstrafe immer auch eine Maßnahme "aufgebrummt". Erst wenn sie in der Maßnahme versagen, müssen die jungen Menschen tatsächlich ihre Freiheitsstrafe absitzen. Diese Vorgehensweise basiert auf einem anderen Verständnis des Jugendstrafrechts in der Schweiz, im Vergleich zu Deutschland, erklärt Renato Rossi, der Direktor des Arxhofs. "In der Schweiz haben wir für junge Erwachsene und Jugendliche ein Täterstrafrecht, in Deutschland haben Sie ein Tatstrafrecht. Das bedeutet, dass in Deutschland viel mehr die Tat selbst gewichtet wird und in der Schweiz der Täter und dessen Bedürfnis, also die Frage: Was braucht der, damit er nicht mehr straffällig wird."

Dieses Thema im Programm:

Panorama - die Reporter | 07.05.2013 | 21:15 Uhr

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