Stand: 20.07.2020 05:00 Uhr

Inovio / Internationale Vaccine Institute

Name des Impfstoffs: INO-4800

Art: Genbasierter Impfstoff (DNA)

Webseiten: Inovio / Internationale Vaccine Institute (IVI)

Das US-Unternehmen Inovio arbeitet seit Januar an einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus und kann dabei nach eigenen Angaben auf die Erfahrung bei der Entwicklung eines Mittels gegen ein anderes Coronavirus, das MERS-Virus, aufbauen. So konnten die Wissenschaftler*innen bereits im April mit den ersten klinischen Tests für den neuen Impfstoff beginnen. Vorläufige Ergebnisse dieser Untersuchungen hat Inovio Ende Juni veröffentlicht. Demnach haben fast alle der 40 Probanden Abwehrkörper gegen das Virus entwickelt.

Die weiteren klinischen Untersuchungen (Phase 1 und 2) will Inovio zusammen mit dem International Vaccine Institute (IVI) und der Uniklinik in Seoul, Südkorea, angehen. Unterstützt werden sie dafür von der internationalen Impfstoff-Allianz CEPI, der Bill & Melinda Gates Stiftung und der südkoreanischen Gesundheitsbehörde. Auch die US-Regierung fördert die Entwicklung des Impfstoffs.

Ende April teilte Inovio mit, dass es eine Vereinbarung mit der deutschen Firma Richter-Helm Biologics für die Massenproduktion getroffen haben. Bis Ende dieses Jahres sollen demnach insgesamt eine Millionen Dosen des neuen Impfstoffs gefertigt werden.

Inovio hat nach eigenen Angaben etwa 200 Mitarbeiter*innen und arbeitet an verschiedenen Impfstoffen und Medikamenten. Das IVI ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Seoul, die 1997 auf Initiative des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen gegründet worden ist. Ihr Ziel ist es, Impfstoffe für Menschen weltweit verfügbar zu machen.

Die Jagd nach dem Impfstoff
Forscher in weißen Kitteln klettern einen Berg hoch, auf dessen Spitze eine Spritze steht.

Wann sind die Forscher am Ziel?

Weltweit arbeiten Forschern unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Der NDR berichtet über aktuelle Entwicklungen und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung. mehr

Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 sind sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat zudem erste Zulassungsverfahren gestartet, während die Phase-3-Studien noch liefen ("rolling review"). Der Impfstoff des Gamaleya-Instituts wurde in Russland bereits vor dem Start der Phase 3 für einen Einsatz zugelassen.

Redaktioneller Hinweis

Viele Forschungseinrichtungen und Firmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings ist es teils schwierig, unabhängige Informationen zu den Projekten zu erhalten. Manche Teams haben bereits Daten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die andere Experten beurteilen können. Zu anderen Impfstoff-Kandidaten ist wenig bekannt, manches nur aus Pressemitteilungen der beteiligten Unternehmen. Eine Prüfung der Daten und Methoden ist dann kaum möglich.

Dieses Thema im Programm:

Panorama - die Reporter | 02.02.2021 | 21:15 Uhr