Stand: 08.10.2020 14:35 Uhr

Curevac

Name des Impfstoffs: CVnCoV

Art: Genbasierter Impfstoff (mRNA)

Webseite: Curevac

Die deutsche Firma Curevac hat nach eigenen Angaben im Januar an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus begonnen. Ende September hat das Unternehmen die ersten Probanden im Rahmen einer Phase-II-Studie geimpft. Etwa 700 Probanden sollen demnach daran teilnehmen. Die Phase-1-Studie wurde zuvor an Kliniken in Tübingen, München, Hannover und im belgischen Ghent durchgeführt.

Im Juni hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärt, dass der Bund Teile des Unternehmens kaufe. Die Förderbank KfW übernehme für 300 Millionen Euro knapp ein Viertel der Anteile. Im März hatte die Firma bereits eine Zusage der EU über Kredite von bis zu 80 Millionen Euro erhalten.

Mitte Juli ist zudem das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) bei Curevac eingestiegen. Die Briten haben für etwa 150 Millionen Euro knapp 10 Prozent der Anteile an dem Unternehmen gekauft.

Die Leiterin der Forschung bei Curevac sagte auf einer Pressekonferenz des Bundesforschungsministeriums im Oktober, sie rechne damit, dass die klinischen Prüfungen bis Mitte 2021 abgeschlossen werden könnten. Die Impfstoffe werden zunächst in einer eigenen Anlage in Tübingen hergestellt. Wie viele Dosen das Unternehmen produzieren kann, ist noch unklar.

Curevac wurde im Jahr 2000 von Wissenschaftlern der Universität Tübingen gegründet. Sie forschen an Arzneimitteln und Impfstoffen auf Basis bestimmter Erbgut-Moleküle, den sogenannten mRNA ("Boten-RNA"). Nach eigenen Angaben arbeiten sie seit 2017 auch an einem Mittel gegen ein anderes Coronavirus, das MERS-Virus.

Die Jagd nach dem Impfstoff
Forscher in weißen Kitteln klettern einen Berg hoch, auf dessen Spitze eine Spritze steht.

Wann sind die Forscher am Ziel?

Forscher weltweit arbeiten unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Der NDR berichtet über aktuelle Entwicklungen und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung. mehr

Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 sind sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat zudem erste Zulassungsverfahren gestartet, während die Phase-3-Studien noch liefen ("rolling review"). Der Impfstoff des Gamaleya-Instituts wurde in Russland bereits vor dem Start der Phase 3 für einen Einsatz zugelassen.

Redaktioneller Hinweis

Viele Forschungseinrichtungen und Firmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings ist es teils schwierig, unabhängige Informationen zu den Projekten zu erhalten. Manche Teams haben bereits Daten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die andere Experten beurteilen können. Zu anderen Impfstoff-Kandidaten ist wenig bekannt, manches nur aus Pressemitteilungen der beteiligten Unternehmen. Eine Prüfung der Daten und Methoden ist dann kaum möglich.

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Panorama - die Reporter | 02.02.2021 | 21:15 Uhr

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