Stand: 08.10.2020 17:37 Uhr

Cansino / Pekinger Institut für Biotechnologie

Name des Impfstoffs: Ad5-nCoV

Art: Vektor-Impfstoff

Webseite: Cansino

Das chinesische Unternehmen Cansino Biologics arbeitet zusammen mit dem Pekinger Institut für Biotechnologie an einem Impfstoff. Das Institut gehört zum chinesischen Militär. Nach Angaben des Unternehmens haben sie im Januar begonnen, den Impfstoff zu entwickeln. Seit September läuft eine große, abschließende Phase-3-Studie in Pakistan. 40.000 Probanden sollen daran teilnehmen. Eine kleinere Studie mit geplanten 500 Teilnehmer*innen ist etwa zeitgleich in Russland gestartet.

Im März erhielt Cansino die Genehmigung für den Beginn klinischer Tests in China. Ergebnisse der Phase-1-Studie wurden im Mai in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. Eine Phase-2-Studie hat im April bekommen. Der Impfstoff sollte da an 500 Teilnehmer*innen in Wuhan getestet werden. Ergebnisse aus dieser Studie wurden am 20.7. in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht. Die Forscher zeigten sich vorsichtig optimistisch, da ihr Impfstoff bei den Probanden zu einer erhofften Reaktion des Immunsystem geführt hat und sich keine schweren Nebenwirkungen gezeigt haben.

Am 29.6. hat CanSino mitgeteilt, dass die chinesische zentrale Militärkommission auf Basis der beiden Studien eine Zulassung für den Einsatz des Impfstoffs beim Militär erteilt hat. Damit darf das Mittel ein Jahr lang bei Militärpersonal eingesetzt werden.

Das börsennotierte Unternehmen CanSino Biologics hat seinen Sitz im chinesischen Tianjin, wurde 2009 gegründet und hat nach eigenen Angaben derzeit 450 Mitarbeiter*innen. Das Unternehmen hat 2017 in China die Zulassung für einen Impfstoff gegen Ebola erhalten und arbeitet an der Entwicklung verschiedener anderer Impfungen.

Die Jagd nach dem Impfstoff
Forscher in weißen Kitteln klettern einen Berg hoch, auf dessen Spitze eine Spritze steht.

Wann sind die Forscher am Ziel?

Forscher weltweit arbeiten unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Der NDR berichtet über aktuelle Entwicklungen und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung. mehr

Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 sind sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat zudem erste Zulassungsverfahren gestartet, während die Phase-3-Studien noch liefen ("rolling review"). Der Impfstoff des Gamaleya-Instituts wurde in Russland bereits vor dem Start der Phase 3 für einen Einsatz zugelassen.

Redaktioneller Hinweis

Viele Forschungseinrichtungen und Firmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings ist es teils schwierig, unabhängige Informationen zu den Projekten zu erhalten. Manche Teams haben bereits Daten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die andere Experten beurteilen können. Zu anderen Impfstoff-Kandidaten ist wenig bekannt, manches nur aus Pressemitteilungen der beteiligten Unternehmen. Eine Prüfung der Daten und Methoden ist dann kaum möglich.

Dieses Thema im Programm:

Panorama - die Reporter | 02.02.2021 | 21:15 Uhr