Stand: 19.11.2018 16:36 Uhr

CDU-Vorsitz: Basis diskutiert über Zukunft

von Nils Naber, Stephan Löhr & Lucie Kluth
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Helga Quast von der Senioren-Union Winsen/Luhe ist der Meinung, dass die Partei wieder ordentlich "aufgeputscht" werden müsse.

Viele junge Menschen, die heute 18 Jahre alt sind, haben in ihrem Leben nur eine CDU-Vorsitzende kennengelernt. Seit dem Jahr 2000 führt Angela Merkel die Partei. Im Dezember auf dem Parteitag in Hamburg soll ihre Ära enden. Den Vorsitz übernehmen entweder Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz oder Jens Spahn. Viele Mitglieder jedenfalls freuen sich über einen, wie auch immer gearteten, Neuanfang an der Spitze. Denn in der letzten Zeit unter Angela Merkel wäre alles "ein bisschen einschläfernd" gewesen, findet Helga Quast von der Senioren-Union in Winsen/Luhe.

Die CDU-Politiker Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn stehen nebeneinander. © dpa picture alliance Foto: Michael Kappeler

CDU-Vorsitz: Basis diskutiert über Zukunft

Panorama 3 -

Wohin steuert die CDU? Panorama 3 hat Vertreter der Jungen Union, der Senioren-Union und der Mittelstandsvereinigung begleitet. Die Zukunft sehen sie unterschiedlich.

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Gut besuchte CDU-Regionalkonferenz

In der Partei würden gerne viele Menschen deutlich mehr diskutieren als bisher. Die erste Regionalkonferenz in Lübeck, bei der sich die möglichen Merkel-Nachfolger vorstellten, hatte auch regen Zulauf. Rund 800 Menschen kamen, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wo es mit der Partei hingehen könnte. Die Diskussion um die Zukunft der Partei ist immer auch gleichzeitig ein Gespräch über die langen "Merkel-Jahre". Dabei geht es auch immer wieder um politische Entscheidungen, die unter Angela Merkel getroffen wurden, aber nicht von allen Mitgliedern verstanden wurden. So wünscht sich Christian Geier von der CDU aus Mecklenburg-Vorpommern ein erneutes Gespräch über die Wehrpflicht, die er gerne wieder einführen würde. "Ob man den Wehrdienst oder den Ersatzdienst vorzieht, das sind wesentlich Meilensteine im Leben eines jungen Menschen." Im Jahr 2011 wurde die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt.

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Nils Warnick von der Jungen Union im Kreis Stormarn hofft in Zukunft auf eine konservativere CDU.

Auch Nils Warnick von der Jungen Union im Kreis Stormarn fordert einen Kursschwenk bei der CDU. Er findet, man müsse "konservative Positionen wieder stärker in den Vordergrund nehmen und verkörpern". Auch er hat mit Entscheidungen in der Vergangenheit Probleme. So habe er gegen die Einführung eines Mindestlohns Wahlkampf gemacht und dann dessen Einführung miterleben müssen. Nils Warnick versteht auch bis heute nicht, warum nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011 kurzfristig ein Ende der Atomkraftnutzung in Deutschland eingeleitet wurde, obwohl kurz davor eine Laufzeitverlängerung auf den Weg gebracht worden war. "Das war inkonsequent", meint Nils Warnick.

"Hauptsache, es kommt wieder Leben rein."

Für viele CDU-Mitglieder scheint auch das Jahr 2015 ein Wendepunkt zu sein. Angela Merkels Entscheidung kurzfristig die in Ungarn festgehaltenen Flüchtlinge ins Land zu lassen und all die Folgen, die damit verbunden sind, sorgen noch heute für Gesprächsstoff. Die Ansage von Friedrich Merz, dass er als möglicher künftiger Vorsitzender die AfD wieder kleinmachen würde, fand auf der Regionalkonferenz in Lübeck große Unterstützung. So meint auch Helga Quast, Angela Merkel hätte nicht nur "Wir schaffen das" sagen sollen, sondern auch wie man das hinbekomme. Hier wären die "Menschen nicht mitgenommen" worden. Sie ist der Meinung, dass die Partei wieder ordentlich "aufgeputscht" werden müsse, egal wie, "Hauptsache, es kommt wieder Leben rein." Sie glaubt, Friedrich Merz könne das am besten. Allerdings hätte sie sich einen Mitgliederentschied durch alle CDU-Mitglieder gewünscht. Der kommt nun nicht.

Kommentar
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Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 20.11.2018 | 21:15 Uhr