Stand: 16.01.2017 13:32 Uhr Archiv

"Volkssport" Fahrerflucht: Zahlen steigen an

von Nils Naber & Esra Özer

Fahrerflucht wird offenbar zum "Volkssport": In einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von Panorama 3 gab fast jeder zweite Autofahrer an, schon einmal Opfer einer Unfallflucht geworden zu sein. Konkret waren 45 Prozent der Autofahrer nach eigenen Angaben bereits in einen Unfall verwickelt, bei dem sich der Unfallgegner unerlaubt vom Ort des Geschehens entfernte. 13 Prozent der Befragten räumten ein, selbst einen Unfall verursacht zu haben und dann weggefahren zu sein.  

"Volkssport" Fahrerflucht: Zahlen steigen an

Panorama 3 -

45 Prozent der Autofahrer sind schon einmal Opfer von Unfallflucht geworden - das ist das Ergebnis einer Umfrage, die für Panorama 3 erstellt wurde.

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Kontinuierlicher Anstieg bei Fahrerflucht

In fast allen norddeutschen Bundesländern nimmt die Zahl der Fahrerfluchten zu. In Niedersachsen stieg die Zahl zwischen 2010 und 2015 um 14 Prozent auf rund 47.500 Fälle pro Jahr. In Hamburg zählten die Behörden im Jahr 2015 fast 18.000 Fahrerfluchten. Das entspricht einem Zuwachs von 8,6 Prozent im Vergleich zu 2010. In Schleswig-Holstein lag die Zahl bei rund 19.000 Fällen, das ist eine Zunahme von 2,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2010. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern sind die Zahlen im Vergleichszeitraum von 2010 bis 2015 mit 0,9 Prozent rückläufig. Zuletzt wurden 10.666 Fälle von Fahrerflucht aktenkundig.

Bei den meisten Fällen handelt es sich um Bagatell-Delikte, wie Parkrempler. Allerdings ist die Zahl der Fahrerfluchten, bei denen Menschen zu Schaden kamen, erschreckend hoch. In Niedersachsen wurden 2015 rund 2.735 Menschen bei Unfällen verletzt, in denen sich der Unfallgegner unerlaubt entfernte. In Hamburg und Schleswig-Holstein wurden im gleichen Zeitraum rund 1.000 solcher Fälle von Fahrerfluchten gezählt.

Geschädigte bleiben auf Kosten sitzen

Die Geschädigten einer Unfallflucht bleiben auf den Folgekosten sitzen. Zwar übernehmen oft die Versicherungen die Reparaturen, erhöhen sich dabei jedoch die Versicherungsbeiträge, müssen dies die Opfer zahlen. Hinzu kommt, dass bei einem Unfallwagen der Wiederverkaufswert sinkt.   

Die Gründe für Fahrerflucht sind vielschichtig und reichen von Alkoholfahrten über Fahren ohne Führerschein bis hin zu Erklärungen wie "Ich habe den Unfall gar nicht bemerkt".


17.01.2017 15:18 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version meldeten wir, dass in Niedersachsen 2015 rund 33.000 Menschen bei Unfällen mit Fahrerflucht verletzt wurden. Dabei handelte es sich jedoch um die Zahl von Personenschäden bei allen Unfällen in Niedersachsen insgesamt. Bei Unfällen mit Fahrerflucht wurden 2.735 Menschen verletzt.

 

Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 17.01.2017 | 21:15 Uhr