Stand: 07.03.2016 15:03 Uhr Archiv

Salziges Abwasser bald direkt in die Weser?

K+S leitet nicht nur Produktionsabwässer in die Werra ein. Auch Abwässer von den riesigen Kalihalden landen in dem Fluss. Die entstehen, wenn Regen auf die Halden fällt und nach unten abläuft. Pro Jahr kommen alleine dadurch rund zwei Millionen Kubikmeter zusammen. K+S muss bei Einleitung in die Werra einen Grenzwert einhalten. Am Pegel Gerstungen dürfen maximal 2.500 Milligramm Chlorid (Salz) pro Liter Wasser erreicht werden. Dieser Grenzwert stammt noch aus dem Jahr 1942 und sollte bereits zu Anfang Dezember 2015 auf 2.100 mg/l abgesenkt werden. Auf Antrag von K+S hat das zuständige Regierungspräsidium in Kassel allerdings im November den alten Grenzwert bis 2020 verlängert.

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Grundwasser verunreinigt

Die Werra als Abwasserkanal wird aktuell immer wichtiger für K+S, weil ein anderer wichtiger Entsorgungsweg zunehmend Probleme bereitet. In den vergangenen Jahrzehnten hat K+S auch Millionen Kubikmeter salzige Abwässer einfach in eine tiefe Gesteinsschicht, den sogenannten Plattendolomit, verpresst. Dort vermischt sich die Salzlauge mit salzigem Wasser, die bereits im Plattendolomit vorhanden ist. Nach Studien des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie (HLUG) steigt ein Teil des Salzwassers von dort wieder auf und gelangt über Klüfte und Spalten auch so in die Werra. Die aufsteigende Salzflüssigkeit hat auch dafür gesorgt, dass Grundwasser verunreinigt wurde. Die thüringische Gemeinde Gerstungen macht K+S dafür verantwortlich, dass Trinkwasserbrunnen dicht gemacht werden mussten. K+S äußert sich dazu auf Nachfrage nicht.

Das Regierungspräsidium in Kassel hat die Versenkgenehmigung vor wenigen Monaten deutlich limitiert und bis Ende 2016 befristet. Demnach darf K+S in diesem Zeitraum nur noch 725.000 Kubikmeter Salzabwasser verpressen. In den Jahren 2011 bis 2015 hatte K+S im Mittel 2,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr in den Untergrund versenkt.

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Panorama 3 | 08.03.2016 | 21:15 Uhr

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