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Montenegro - Von den Schwarzen Bergen zum Meer

Donnerstag, 26. September 2019, 20:15 bis 21:00 Uhr

Das Balkanland Montenegro verdankt seinen Namen den schwarzen Bergen. Dabei findet sich dort noch viel mehr: steile Felsen, tiefe Schluchten, malerische Seen, orthodoxe Klöster, venezianische Baukunst, dazu Sandstrände und sogar Fjorde wie in Norwegen. Ganze drei Klimazonen durchziehen das Adrialand, das gerade einmal so groß ist wie Schleswig-Holstein. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen noch immer ihren Weg zwischen den Herausforderungen eines postsozialistischen Systems, der viel gerühmten Balkangelassenheit und den Chancen eines noch weithin unentdeckten Reisezieles in Europa finden.

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Perast - die Stadt am Fjord von Kotor. Dem einzigen Fjord des Mittelmeeres.
Geschichte eines jungen Landes

Montenegro ist ein noch sehr junges Land und hat doch eine jahrhundertealte Geschichte. Nach wechselhaften Zeiten war Montenegro eine Teilrepublik Jugoslawiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie zunächst Bestandteil des Rumpfstaates Serbien-Montenegro, bevor die Bürgerinnen und Bürger 2006 für die Unabhängigkeit Montenegros stimmten.

NDR Autor Torben Schmidt beginnt seine Reise im Nachtzug an der Grenze zu Serbien. In Bijelo Polje, einer Kleinstadt mit sozialistischem Charme, begleitet er zwei Zugpolizisten auf ihrem Weg durch die Berge bis ans Meer. Die Strecke durch das Dinarische Gebirge, über Serpentinen und Brücken bis in die Küstenstadt Bar, gilt als die schönste Bahnstrecke des Balkans. Als sogenannte Tito-Bahn war sie der Stolz jugoslawischer Eisenbahnarchitektur.

Jenseits der Wege

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Der Skutarisee ist ein bedrohtes Paradies für Wasservögel.

Jenseits der Bahnstrecke stellt der Film einen passionierten Bergsteiger vor, der als erster Montenegriner auch einen Achttausender bestiegen hat, die schwarzen Berge dennoch für die schönsten der Welt erklärt. Im Felsenkloster Ostrog, zu Zeiten der osmanischen Bedrohung ein Zufluchtsort der Einheimischen, trifft der Autor eine junge Pilgerin; und auf dem Skutarisee einen Ornithologen, der sich dem Schutz der Pelikane verschrieben hat. An der Küste schließlich, wo bescheidene alte Fischerboote in Sichtweite von Superjachten dümpeln und der Bauboom schillernde Casinos in die Natur stellte, wird der Gegensatz zwischen Armut und neuem Reichtum deutlich.

Am Ende geben Feuerwehrleute und ein Wasserballtrainer Einblicke in ihren kuriosen Alltag. Zum einen, weil Lösch- und Rettungsfahrzeuge in denkmalgeschützten Hafengassen gelegentlich nur rückwärts durchkommen. Und zum anderen, weil ausgerechnet den an der Weltspitze mitspielenden Wassersportlern noch immer eine Schwimmhalle fehlt.

Autor/in
Torben Schmidt
Kamera
Felix Korfmann
Schnitt
Fabian Teichmann
Sprecher/in
Sascha Rotermund
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Redaktion
Klaus Scherer
Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey

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