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In Thailands Norden - Kampfkäfer, Riesenschaukeln und Bergvölker

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 20:15 bis 21:00 Uhr

Der Norden Thailands ist eine Welt für sich: zwischen weiten Berglandschaften, smaragdgrünen Reisterrassen und dichtem Urwald liegen alte Königsstädte und Bergdörfer. Dies sei das ursprüngliche Thailand, sagen die Menschen hier stolz, denn im Norden sind die ersten thailändischen Königreiche entstanden.

Nordthailand - authentisch und spannend

Morgenstimmung über den Hügeln vor Chiang Mai, Nordthailand © NDR/Wolfgang Schick
Morgenstimmung über den Hügeln vor Chiang Mai, Nordthailand

Die kulturelle und landschaftliche Vielfalt macht Nordthailand zu einer der besonders authentischen und spannenden Regionen Asiens: Hier, an den letzten Ausläufern des Himalayas und in direkter Nachbarschaft zu Birma, China und Laos, treffen seit Jahrhunderten die Kulturen Südostasiens aufeinander. Diese Mischung prägt den Norden Thailands bis heute.

Das Schaukel-Fest für Monsunregen

Dutzende Bergvölker mit den unterschiedlichsten Wurzeln und Gebräuchen leben hier. Das Filmteam besucht ein Dorf der Akha, einer Volksgruppe, die ursprünglich aus Südchina oder Tibet kommt. Der Höhepunkt im Akha-Jahr ist das Schaukel-Fest. Das Filmteam ist dabei, als am 120. Tag nach der Reisaussaat der Monsunregen erbeten und dafür den Geistern Opfer gebracht werden. Zentral für die Festlichkeiten ist die jährlich erneuerte Riesenschaukel aus Bambus, die erst vom Dorfschamanen, dann von allen anderen in Schwung gebracht wird. Ein Ritual, aber auch ein großer Spaß.

Poetische Bilder und magische Stimmung

Pure Magie. Einmal im Jahr steigen tausende von Laternen in den Himmel über Chiang Mai auf. © NDR/Wolfgang Schick
Pure Magie. Einmal im Jahr steigen tausende von Laternen in den Himmel über Chiang Mai auf.

Etwas weiter südlich betören zwei ganz andere Feste die Sinne. Das beschauliche Örtchen Bo Sang ist berühmt für seine handgefertigten, traditionellen Schirme. Bei der Sonnenschirm-Parade radeln junge Frauen mit den schönsten Kreationen in einem farbenfroh eleganten Umzug durch das Dorf. Und in Chiang Mai, der Hauptstadt des alten Königreichs Lanna, versammeln sich die Menschen für drei Tage, um das traumhafte Lichterfest zu feiern und rituell Ärger, Hass und alles Schlechte zu verabschieden. Dabei steigen Zehntausende mit Kerzen bestückte Papierlampions in den Nachthimmel auf und kleine Lichter-Flöße treiben den Fluss hinab. Ein poetisches Bild, eine magische Stimmung.

Die Tradition der Käfer-Kämpfe

Käferzüchter Pao mit einem seiner Riesenkäfer. © NDR/Dominik Müller
Käferzüchter Pao mit einem seiner Riesenkäfer.

Wenn im Norden Thailands der Monsun schwächer wird, gehen die Männer in die Wälder, um kräftige Nashornkäfer zu sammeln. Denn dann beginnt die Zeit der Käfer-Kämpfe. Um die krabbelnden Gladiatoren wird sich wie um kostbare Zuchtpferde gekümmert. Und bei den Wettkämpfen wird mitgefiebert, was das Zeug hält. Um den Käfer-Kampf hat sich über die Generationen eine ganz eigene Kultur entwickelt, mit speziellem Zubehör, Diät- und Trainingstheorien. Doch wie lange wird diese Tradition noch überleben?

Autor/in
Sandra Ratzow
Kamera
Wolfgang Schick
Andreas Nebeling
Singha Quansuwan
Schnitt
Wiebke Hansen
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber
Redaktion
Ralf Quibeldey

Im Anschluss

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