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Abenteuer Armenien

Donnerstag, 08. November 2018, 20:15 bis 21:00 Uhr

Bronzezeitliches Gräberfeld Zorakarer – über 200 aufrechtstehende Felsbrocken. Errichtet schon vor rund 4.000 Jahren. © NDR/Tellux GmbH Dresden/Till Lehmann, honorarfrei

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Die Republik Armenien im südlichen Kaukasus ist ein kleines Bergland - umringt von geopolitischen Schwergewichten wie der Türkei, dem Iran, Georgien und Aserbeidschan. Ein Land mit erhabener Schönheit, reicher Geschichte, aber auch viel Tragik: Erdbeben, Krieg, religiöse Auseinandersetzungen bis hin zum Völkermord durch die Türken vor rund 100 Jahren.

In Stein gehauene Glaubensbekenntnisse

Zu den bedeutendsten Kulturgütern Armeniens gehören die Chatschkare - die Kreuzsteine. Sie reichen zurück bis ins Jahr 301, als das Christentum Staatsreligion in Armenien wurde. Sie sind in Stein gehauene Glaubensbekenntnisse. Kreuzsteine werden auch heute noch gefertigt. Einer der wenigen, die diese Kunst beherrschen, ist Varazdat Hambardzumyan. In einer kleinen Werkstatt mitten in Jerewan arbeitet er mit zwei Gesellen gerade an einem Auftrag vom Ministerium für Notfallsituationen. Der Minister drängelt schon, zum Jahrestag der Gründung soll das große Kreuz eingeweiht werden.

Südöstlich von Jerewan liegt ein Naturschutzgebiet, das gerade erst abgesteckt wurde, 5.000 Hektar groß: das "Caucasus Wildlife Refuge". Karen Agababyan und Manuk Manukyan sind Biologen und Ranger, die verantwortlich sind für eine erste Wildtier-Bestandsaufnahme. Und sie müssen das Gebiet vor Wilderern verteidigen, die vor allem Raubvogel-Eier stehlen, um sie an Zoos zu verkaufen.

Leben als Berghirten

Sveta Hovanisyan ist 68 Jahre alt und die Clan-Chefin einer Berghirtenfamilie. Seit ihrer Kindheit ist sie jedes Jahr von März bis Oktober hier oben auf dem Hochplateau. Zusammen mit Mann, Kindern und Enkelkindern versorgen sie 30 Rinder und fast 200 Schafe. Einzige Energielieferanten sind Kuhfladen. Auch der Erdofen wird mit den Hinterlassenschaften der Nutztiere angefeuert. Auf den Geschmack soll das nur wenig Einfluss haben, beteuert Sveta.

Zwischen sowjetischem Erbe und Selbstfindung

Wegen der hohen Lage des Landes ließ die Sowjetunion in der Nähe der Hauptstadt Jerewan Anfang der 60er-Jahre eines ihrer größten Weltraum-Observatorien errichten: Byurakan. Hasmik Andreasyan und Anahit Samsonyan sind Astrophysikerinnen und nutzen die alte Technik heute noch immer. Sie wollen hier ihre Doktorarbeiten schreiben und von Armenien aus die großen Fragen des Universums beantworten.

Singende Mütter

Sofia, Miriam, Marine, Shahane und Hasmik sind das Luys Ensemble, ein Gesangsquintett. Alle fünf Frauen sind mehrfache Mütter. Die meisten ihrer Männer arbeiten auf Montage in Russland und sind monatelang nicht zu Hause. Im Kloster Geghard, das in den Fels hineingehauen wurde, sorgen sie bei einem Auftritt für große Gefühlsausbrüche.

Hovsep Atinyan ist Seiltänzer. Schon mit fünf Jahren hat er angefangen, da war Seiltanz noch eine typische armenische Show-Einlage auf jedem Dorffest. Heute ist er Anfang 30 und Auftrittsmöglichkeiten gibt es nicht mehr viele - zu gefährlich und nicht mehr zeitgemäß, so die offizielle Meinung der Behörden. Umso aufgeregter ist Hovsep, als man ihn als Attraktion für ein großes Bierfestival in Jerewan bucht.

Autor/in
Till Lehmann
Kamera
Ralf Biehler
Ton
Claas de Buhr
Schnitt
Sebastian Scholz
Sprecher/in
Sascha Rotermund
Producer
Britta Kirchner
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Monika Schäfer
Timo Großpietsch

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