Käpt'ns Dinner

Mit Michel Abdollahi und Marteria

In der Nacht von Freitag auf Samstag, 05. Juni 2021, 00:00 bis 00:30 Uhr

Er war mal Model in New York, er war mal U-17-Fußballnationalspieler; heute ist er leidenschaftlicher Hobbyangler und einer der erfolgreichsten Rapper der Republik: Marteria. Der gebürtige Rostocker spricht beim "Käpt´ns Dinner" auf einem ausrangierten U-Boot im Hamburger Hafen über seinen holprigen Weg zum Erfolg und seine große Lust auf Reisen: "Das Fremde war für mich immer interessant. Ob es eine Religion war, ob es eine Kultur war. Ich wollte das für mich aufsaugen. Da wo es anders ist, fand ich es immer geil."

Michel Abdollahi empfängt Marteria ("Lila Wolken") zu einer halben Stunde Talk zwischen Torpedos und Stahl. Es geht um die Lage der Nation und alles, was sonst noch wichtig ist: Weshalb sind viele Hip-Hopper so angespannt? Warum hat er beim Bund zehn Kilo zugenommen? Und warum hatte er als 17-jähriges Model Angst vor Claudia Schiffer?

Marteria, der eigentlich Marten Laciny heißt, wuchs als Sohn einer Lehrerin und eines Seemanns in einer Rostocker Plattenbausiedlung auf. Als Kind erlebte er den Mauerfall und später die Brandanschläge in Rostock-Lichtenhagen. Er sagt: "Manchmal denkt man, dass die Ossis ein bisschen verbittert sind. Und das ist auch manchmal so. Aber dafür gibt es auch Gründe." Marteria erzählt von einem Fußballturnier im Westen kurz nach der Wende, er war sieben oder acht Jahre alt und spielte für den FC Hansa Rostock. Obwohl sein Team das Turnier gewann, wurde es ausgepfiffen: "Weil wir Ossis waren. Und sch ... aussahen und nicht die coolen Haarschnitte hatten. Das war schon sehr extrem."

Bei Michel Abdollahis "Käpt'ns Dinner" wird es eng und intensiv und persönlich, jenseits aller Politik: keine Kerzen, kein Tischtuch und erst recht keine Zeit für belanglose Plaudereien.

Moderation
Michel Abdollahi
Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Redaktion
Matthias Latzel