Stand: 10.09.2010 00:00 Uhr  | Archiv

DVB-T: Die häufigsten Fragen der Zuschauer

Mit der Umstellung der Sender Torfhaus und Brocken auf das digitale Antennenfernsehen ist die Einführung von DVB-T in Niedersachsen seit dem 9. Oktober 2007 weitgehend abgeschlossen. Der NDR hat seine Zuschauer in Niedersachsen während der Umstellungsphase mit zahlreichen Beratungsaktionen immer wieder über die neue Empfangstechnik informiert. In persönlichen Gesprächen haben die Technikexperten des NDR dabei die Fragen der Zuschauer beantwortet. Hier haben wir die häufigsten Fragen aus den Beratungsgesprächen noch einmal zusammengefasst.

Was bedeutet eigentlich DVB-T?

DVB-T, das digitale Antennenfernsehen, gehört neben DVB-S für die digitale Satellitenübertragung und DVB-C für die digitale Kabelübertragung zu einer Familie internationaler Übertragungsstandards fürs Fernsehen. Bei DVB (Digital Video Broadcasting) werden die Bild- und Tonsignale nach dem weltweit eingesetzten MPEG-2-Verfahren codiert, komprimiert und als Datenpakete übertragen. Dadurch können bis zu vier TV-Programme in einem Fernsehkanal untergebracht werden. Für den Empfang auf einem herkömmlichen Fernsehgerät muss der digitale Datenstrom wieder in analoge Bild- und Tonsignale gewandelt werden. Dazu bedarf es eines Decoders in Form des DVB-T-Empfangsgerätes.

Warum wurde DVB-T in ganz Niedersachsen eingeführt?

Die Modernisierung der terrestrischen Übertragungstechnik ist notwendig, um das Antennenfernsehen als unabhängigen Übertragungsweg neben Kabel und Satellit zu erhalten und auch solchen Haushalten ein Programmangebot zu ermöglichen, die Kabel oder Satellit nicht nutzen können und um die Wirtschaftlichkeit dieses Übertragungswegs zu gewährleisten.

Wen betrifft die DVB-T Umstellung

Die Umstellung betrifft alle Haushalte, die ihre vorhandene Antennenanlage zum Empfang digitaler Fernsehprogramme (weiter) nutzen möchten. Außerdem bieten sich mit DVB-T – je nach örtlicher Empfangssituation – Möglichkeiten für den portablen Fernsehempfang.

Welche Vorteile entstehen für den Verbraucher durch die Einführung von DVB-T?

Bisher konnten über Antenne häufig nur drei bis fünf Programme empfangen werden. Mit der Einführung von DVB-T erhöht sich die Programmzahl auf 12, in den niedersächsischen Ballungsräumen auf bis zu 24 Programme. Außerdem bietet DVB-T eine bessere Bildqualität sowie in Sendernähe portables und mobiles Fernsehen.

Gibt es seit 9. Oktober 2007 nur noch digitales Antennenfernsehen?

In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2007 löste das digitale Antennenfernsehen die analoge Ausstrahlung in Niedersachsen ab. Da eine parallele Analog- und Digitalausstrahlung sehr kostenintensiv ist, wurde die analoge Ausstrahlung über Antenne eingestellt.

Dürfen die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter die analoge Ausstrahlung zugunsten der digitalen Versorgung einstellen?

Ja, denn in dem am 01. Juli 2002 in Kraft getretenen 6. Rundfunkänderungsvertrag aller Bundesländer heißt es in § 52a: ARD und ZDF "sind berechtigt, zu angemessenen Bedingungen die analoge terrestrische Versorgung schrittweise einzustellen, um Zug um Zug den Ausbau und die Zuweisung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten zu ermöglichen."

Welche Programme werden über DVB-T ausgestrahlt?

In allen Teilen Niedersachsens sind acht bis zwölf öffentlich-rechtliche Programme empfangbar, darunter das NDR Fernsehen mit den niedersächsischen Regionalsendungen Niedersachsen 18.00 und Hallo Niedersachsen. In einigen Ballungszentren wie zum Beispiel Hannover/Braunschweig oder Bremen/Unterweser sind auch Programme privater Anbieter verfügbar.

Warum sind in einigen Regionen keine privaten Programme dabei?

Die privaten Programmanbieter strahlen DVB-T-Angebote derzeit nur in ausgewählten Ballungsräumen aus (zum Beispiel Hannover/Braunschweig und Bremen/Unterweser). Auf die in Niedersachsen verfügbaren DVB-T-Kapazitäten außerhalb der bereits erschlossenen Ballungsräume haben sie sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht beworben.

Welche Kosten entstehen für mich, wenn ich DVB-T empfangen möchte?

Für den Empfang von DVB-T benötigt man eine den örtlichen Empfangsverhältnissen entsprechende Antenne (Zimmer-, Außen- oder Dachantenne) und ein DVB-T-Empfangsgerät, das an den vorhandenen Fernseher angeschlossen wird. Das DVB-T Empfangsgerät, die sog. Set-Top-Box, ist ab etwa 50 Euro im Handel erhältlich. Zusätzliche Kosten entstehen nicht, da die Programme über DVB-T unverschlüsselt und frei empfangbar sind.

Kann ich eine vorhandene Satellitenanlage oder einen Kabel-Decoder für DVB-T nutzen?

Nein, auch wenn die Anlagen für Digitalempfang ausgerüstet sind. Alle drei Übertragungswege - also Antenne, Satellit und Kabel - benötigen voneinander abweichende Empfangsmodule.

Kann DVB-T über eine vorhandene Gemeinschafts-Antennenanlage empfangen werden?

Ja. Möglicherweise muss die Anlage aber angepasst werden. Fragen Sie am besten einen Fachhandwerker (Antenneninstallateur).

Was passiert bei DVB-T mit dem Videotext?

Der Videotext steht bei DVB-T wie gewohnt zur Verfügung. Zusätzliche Informationen zum Programm bietet der integrierte elektronische Programmführer (EPG).

Was mache ich mit meinem Videorekorder?

Man kann eine DVB-T Set-Top-Box auch an den Videorekorder anschließen und wie bisher Sendungen aufzeichnen. Die VPS-Funktion wird allerdings von den meisten DVB-T-Empfangsgeräten nicht unterstützt. Gleichzeitiges Aufzeichnen und Sehen unterschiedlicher Programme über ein- und dieselbe Box ist – genau wie beim digitalen Satelliten- oder Kabelempfang - mit einer einfachen DVB-T-Box nicht möglich. Hierzu wäre ein sogenannter Twin-Receiver erforderlich. Bei diesem sind in einem Gehäuse zwei Empfangsmodule integriert. Als Alternative bietet sich der Umstieg auf einen Festplatten-/DVD-Rekorder an, in den das DVB-T-Empfangsmodul bereits integriert ist.

Wer sorgt für das Recht der Sozialhilfeempfänger auf Fernsehversorgung?

Die Lösung sogenannter sozialer Härtefälle liegt grundsätzlich in der Zuständigkeit der Sozialhilfeträger. Ein Zuschuss kann über diesen Weg beantragt werden. Die Sozialhilfeträger haben die Möglichkeit, sich an den Rundfunkhilfe e.V. zu wenden. Dieser Verein verfügt über die nötigen finanziellen Mittel, um Unterstützung leisten zu können.

Wurde nur die Antenne digitalisiert?

Nein. Auch die Empfangstechniken Kabel und Satellit bieten seit langem digitale Übertragungswege an. Der Standard für den digitalen Satellitenempfang wird als DVB-S bezeichnet, der digitale Kabelempfang heißt DVB-C. Für den analogen Satellitenempfang steht der Abschalttermin fest: Ab 30. April 2012 werden über Satellit ausschließlich digitale Programmsignale ausgestrahlt.

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