Expeditionen ins Tierreich

Stadt, Land, Fuchs

Mittwoch, 21. Juli 2021, 20:15 bis 21:00 Uhr

Füchse sind wahre Überlebenskünstler, die in allen Regionen der Erde zu Hause sind und sich vielen von Menschenhand gemachten Veränderungen anpassen können. Inzwischen sind die klugen Tiere auch in Städten heimisch geworden.

Eine Füchsin aus dem Berliner "Regierungsviertel-Clan" sucht vor dem Brandenburger Tor nach Fressbarem. © NDR/Roland Gockel
Eine Füchsin aus dem Berliner "Regierungsviertel-Clan" sucht vor dem Brandenburger Tor nach Fressbarem.

Für diese Stadtfüchse ist das Benutzen von Zebrastreifen so normal wie das Schlafen unter Bürocontainern. Besonders beeindruckend ist das liebevolle Familienleben der Stadtfüchse: Im Berliner Regierungsviertel lebt seit vielen Jahren ein eng verbundener, mehrere Generationen umfassender Fuchs-Clan. Einige Kilometer weiter am Verkehrsknotenpunkt Innsbrucker Platz genießt ein Fuchsrüde das Leben als treusorgender Familienvater in vollen Zügen.

Nahrung ist genug für alle da, die Streifgebiete sind klein und Jäger haben sie hier nicht zu fürchten. Füchse, die mit dem steten Wandel und dem Verkehr in der Stadt zurechtkommen, können in der Stadt ein langes und sorgloses Leben führen.

Den Füchsen auf der Spur

Ein junger Fuchs auf dem Land blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. © NDR/Roland Gockel
Ein junger Fuchs auf dem Land blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

Auf dem Land weht für Füchse vielerorts ein anderer Wind. Hoch im Norden an der Küste Deutschlands zieht eine Füchsin ihren Wurf allein auf. Wenn sie auf Nahrungssuche geht, muss sie die Welpen sich selbst überlassen. Damit der Nachwuchs trotzdem sicher vor Feinden sind, zieht die kluge Fuchsmutter immer wieder mit ihnen um; vom Bau im offenen Feld, wo die Füchsin geworfen hat, zum Sandbau in der Steilklippe über dem Meer und später unter die schützenden Wurzeln einer alten Eiche am kleinen Fischerhafen. Um nicht selbst jemanden zum Bau zu locken, legt die Füchsin die Beute in immer größeren Abständen ab und lässt dann die Jungen fressen. Nur selten ist genug für alle da. Aber nach einem Sturm kann die Füchsin im Spülsaum am Strand viel Futter finden. Die Kleinen müssen schnell erwachsen werden. Wenn der Herbst kommt sind die Reserven ihrer alleinerziehenden Mutter erschöpft und sie vertreibt sie aus ihrem Revier.

Über zwei Jahre lang blieben die beiden Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch den Füchsen in Berlin, Hamburg und an der norddeutschen Küste auf der Spur. Mithilfe vieler versteckter, eingegrabener und getarnter Kameras gelang es ihnen, den ebenso schlauen wie kamerascheuen Wildtieren einige Geheimnisse zu entlocken. Das Ergebnis ist ein tiefer Einblick in das überraschend hingebungsvolle und oft unterschätzte Familienleben von Füchsen in der Stadt und auf dem Land.

Autor/in
Rosie Koch
Regie
Rosie Koch
Roland Gockel
Autor/in
Roland Gockel
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey

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