Expeditionen ins Tierreich

Sommer der Eisbären - Überleben in Kanadas Wildnis

Mittwoch, 08. März 2023, 20:15 bis 21:00 Uhr
Samstag, 11. März 2023, 16:00 bis 16:45 Uhr

Eisbären - die majestätischen Jäger der Arktis sind in Gefahr. Mit dem Ende der kalten Jahreszeit schmilzt das Eis und damit die Lebensgrundlage für das größte Landraubtier der Erde. Durch den Klimawandel werden die Sommer immer länger und wärmer - und damit auch der Überlebenskampf der weißen Riesen. Um die eisfreie Zeit zu überstehen, begeben sich viele Eisbären Kanadas auf die große Reise zum Festland an der Hudson Bay. Um dorthin zu gelangen, vollbringen die Tiere unglaubliche Leistungen: Sie schwimmen teilweise bis zu 500 Kilometer am Stück, nicht selten schaffen sie diese Strecke in weniger als 10 Tagen.

Eine atemberaubende Reise

Regisseur Adam Ravetch ist es gelungen, eine Eisbärenfamilie mit zwei Jungen und einen dreijährigen Jungbären, für den es der erste Sommer ohne den Schutz und die Fürsorge seiner Mutter ist, auf ihrer atemberaubenden Reise zu begleiten. Dabei sind einzigartige Aufnahmen entstanden, die uns Eisbären mit anderen Augen sehen lassen.

Viele Eisbären werden durch den Klimawandel im Sommer zu Langstreckenschwimmern. Manchmal müssen sie Strecken von über 500 Kilometern am Stück zurücklegen. © © NDR/Arcadia Entertainment
Viele Eisbären werden durch den Klimawandel im Sommer zu Langstreckenschwimmern. Manchmal müssen sie Strecken von über 500 Kilometern am Stück zurücklegen.
Im Sommer fasten die Eisbären

An Kanadas Hudson Bay gibt es ca. 2000 Eisbären. Nirgendwo leben sie südlicher als hier. Seit Jahren müssen große Teile dieser Population über den Sommer nach Süden abwandern, um die Zeit bis zum nächsten Winter zu überleben. Ihre Artgenossen nördlich des Polarkreises können dagegen das ganze Jahr über in der Arktis verbringen. In dieser Region bleibt auch über die warme Jahreszeit genug Eis erhalten. Noch.

Erst einmal an Land angekommen, beginnt für die Hudson-Bay-Bären die entbehrungsreichste Zeit des Jahres. Die Erfahrenen unter ihnen gehen in eine Art Sparmodus über, in dem sie von ihrem eigenen Fett zehren und beinahe den ganzen Sommer über fasten. Für unseren unerfahrenen, dreijährigen Jungbären ist das aber keine Alternative - in diesem Alter ist der Hunger für die Tiere nicht zu ertragen. Auch die Eisbärenmutter muss sich etwas einfallen lassen, wie sie an Fressbares kommt. Denn sie muss nicht nur sich selbst bei Kräften halten, um ihre Jungen zu beschützen, sondern diese auch noch mit ihrer Milch ernähren und das kostet viel Energie.

Die schwierige Anpassung an eisfreie Gefilde

Nie zuvor gefilmtes Verhalten zeigt die Anpassungsfähigkeit der Könige der Arktis, aber auch die Qualen, die sie an Land durchleiden müssen. Der Film offenbart in spektakulären Bildern, wie es den Hudson-Bay-Bären gelingt, das widrige Leben auf trockenem Boden zu meistern. Eisbären, die Felswände erklimmen, um Vögel zu jagen, Eisbären, die es alleine mit einer ganzen Herde gefährlicher Walrösser aufnehmen und Eisbären, die zu ihren Wurzeln zurückkehren und wie Bären, die an Land leben, Früchte und Pflanzen fressen. Ob ihre Artgenossen aus dem Norden auch solche Überlebenskünstler sind, müssen sie wahrscheinlich schon bald unter Beweis stellen. Denn die Erwärmung unseres Klimas schreitet schnell voran - und mit ihr zieht sich das Eis im Sommer immer weiter zurück. Die wandernden Eisbären von der Hudson Bay könnten für ihre Art die letzte Hoffnung sein.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Autor/in
Adam Ravetch
Regie
Adam Ravetch
Autor/in
Sarah Robertson
Regie
Sarah Robertson
Sprecher/in
Volker Lechtenbrink

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Tiere

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