Expeditionen ins Tierreich

Die Anden - Natur am Limit - Schneeberge am Äquator

Mittwoch, 06. Oktober 2021, 20:15 bis 21:00 Uhr

Der Naturraum der Nordanden ist von stetem Wandel geprägt und Basis für eine einzigartige Artenvielfalt. In großartigen Bildern zeigen Christian Baumeister und sein Team in dem Dreiteiler "Die Anden - Natur am Limit" die vielfältigen Lebensräume: von 6.000 Meter hohen, schneebedeckten Vulkanen, über karges Sumpfland in den Hochebenen, bis hin zu geheimnisumwitterten Nebelwäldern an ihren Abhängen. Während Brillenbären zu den Alleskönnern zählen, sind Kolibris die ultimativen Spezialisten, angepasst an oft nur eine einzige Blüte. Manche Tierarten in den tiefen Schluchten wurden erst von wenigen Jahren entdeckt wie 2013 der seltene Andenmakibär.

Ein Naturraum im steten Wandel

Der Vulkan Cotopaxi in Ecuador. Mit 5.897 m ist er der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde. © NDR/WDR/Light & Shadow GmbH
Der Vulkan Cotopaxi in Ecuador. Mit 5.897 m ist er der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde.

Schnee in den Tropen, Bären als Alleskönner und Kolibris als ultimative Spezialisten. Die nördlichen Anden sind eine Welt voller Überraschungen und gut verborgener Schätze. Durch steten Wandel ist dieser Naturraum immer noch in der Entstehung und ständig in Bewegung.

Entstanden aus vulkanischer Hitze, sind die Anden heute die längste Gebirgskette der Welt. Sie zieht sich über 7000 Kilometer vom Äquator bis nach Patagonien. Die Nordanden zeichnet ein Gegensatz von Eiseskälte und Tropenschwüle aus, geschaffen durch eine seltene Kombination aus Breitengrad und Höhenlage. Am Äquator ragen einige Gipfel über 6000 Meter empor, hier kommt jedes Leben ans Limit.

Familie Brillenbär

Christian Baumeister und sein Team begleiten in dieser Folge eine Brillenbärin mit ihren drei Jungen. Sie meistert das Überleben ihrer Familie, indem sie opportunistisch überall dort herumstreift, wo es gerade Nahrung gibt: Auf dem Paramo, einem feuchten Sumpfland oberhalb der Baumgrenze, spielen ihre Jungen mit verblühten Pujas. Wenn die Früchte des Ingabaumes in den Trockenwäldern an den Berghängen reifen, zieht die Familie hinab und scheut sich auch nicht, zur Ernte in Bäume und Büsche zu klettern.

Spezialbestäubung durch Kolibris

Ein Fahlschwanzkolibri im Bergregenwald Ecuadors. Mit über 130 verschiedenen Kolibri-Arten lebt hier die Hälfte aller Kolibri-Arten der Welt. Die metallisch schillernden Farben entstehen durch Lufteinschlüsse in den Federn, die das Sonnenlicht brechen und reflektieren. © NDR/WDR/Light & Shadow GmbH
Ein Fahlschwanzkolibri im Bergregenwald Ecuadors.

Eine ganz andere Taktik verfolgen die Kolibris. Sie haben sich zu extremen Spezialisten entwickelt, allen voran der Schwertschnabelkolibri. Mit seinem elf Zentimeter langen Schnabel hat er sich auf eine einzige Blütenart spezialisiert: die Engelstrompete. Sie trägt 20 Zentimeter lange Blüten und kann nur von diesem Vogel bestäubt werden.

Ein anderer Spezialist hat sich die Bromelien an einem steilen Trockenhang als Lebensraum auserkoren: Da die Pflanze an ihrem Blattgrund das einzig erreichbare Wasser birgt, laicht der Marañón-Baumsteiger nur dort. Mehr noch: Da ein Bromelienpool nicht ausreichen würde, alle Kaulquappen zu ernähren, trägt der Vater eine Quappe nach der anderen zu noch unbesetzten Bromelien. Für einen kleinen Frosch eine immense Herausforderung.

Wollaffen in unzugänglichen Bergwäldern

Manche Tiere kommen nur in einem einzigen Tal der Nordanden vor, so auch eines der seltensten Säugetiere der Welt: der Gelbschwänzige Wollaffe. Isoliert wurde er durch die erdgeschichtlich betrachtet geradezu rasante Auffaltung der Nordanden. Dadurch entstehen immer neue Lebensräume und damit ein immenser Artenreichtum. Und immer noch bergen die wolkenverhangenen Bergwälder ungelüftete Geheimnisse. Dazu gehört der Andenmakibär, eine erst im Jahr 2013 neu entdeckte Säugetierart.

Dieser Naturfilm stellt die Vielfalt am Beispiel typischer Bewohner vor und erzählt dabei die Entstehungsgeschichte der Anden selbst, eine gelungene Kombination aus naturkundlicher und erdgeschichtlicher Entdeckungsreise, zelebriert in großartigen Bildern und mithilfe spektakulärer Luftaufnahmen in schwindelerregender Höhe.

Regie
Christian Baumeister
Autor/in
Christian Baumeister
Producer
Christian Baumeister
Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey
Gabriele Conze
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg

Schlagwörter zu diesem Artikel

Tiere