Expeditionen ins Tierreich

Der Blaue Planet - Auf hoher See

Mittwoch, 22. Januar 2020, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 23. Januar 2020, 06:35 bis 07:20 Uhr
Sonntag, 26. Januar 2020, 15:15 bis 16:00 Uhr

Die Hälfte des Planeten Erde ist von einer "blauen Wüste" bedeckt: der Hochsee. Die Tiere hier haben ein massives Problem: Nirgendwo können sie sich verstecken, und Nahrung ist in dieser Unendlichkeit nur schwer zu finden. Der offene Ozean ist die "Sahara der Meere". Wie schaffen es Delfine, Schildkröten und all die anderen Bewohner, auf hoher See zu überleben?

Die Kamerateams folgen den Tieren in den offenen Ozean. Mit revolutionärer Technik rücken sie ihnen so nahe auf die Haut oder die Schuppen wie nie zuvor.

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Die giftige Portugiesische Galeere sieht aus wie eine Qualle, aber hier tun sich Tausende von Nesseltierpolypen zwecks Arbeitsteilung zusammen.

Spinnerdelfine etwa bilden riesige Suchtrupps von 5.000 Tieren. Denn zusammen in der Gruppe sehen sie mehr, können mehr Dinge orten. Fischschwärme in der riesigen Weite auszumachen, ist eine Kunst. Wenn aber Laternenfische zum Laichen aus den Tiefen aufsteigen, geraten sie in ein Schlaraffenland. Die Fischchen sind die am häufigsten auf der Welt vorkommenden Wirbeltiere. Zusammen bringen sie es auf 600 Millionen Tonnen Gewicht.

Giganten des Meeres

Pottwale legen zwar nur eine Distanz von etwa einem Kilometer zu ihrer Beute zurück, aber dieser Weg führt in die Tiefe! Das Kalb muss auf die Mutter warten, denn so lange wie das Muttertier, über eine Stunde lang, kann der Nachwuchs die Luft noch nicht anhalten. Ein Mikrofon fängt auf, wie sich die Klicks der Mutter verändern, wenn sie der Beute näherkommt. Sie nutzt sie als Echolot, die Töne werden in der gewaltigen Nase produziert, der größten im Tierreich. Dem Team gelingen auch eindrucksvolle Bilder von den schlafenden Giganten, ein atemberaubender und zudem seltener Anblick. Denn kein anderes Säugetier kommt mit so wenig Schlaf aus, etwa eine Stunde am Tag, wie der Pottwal. Dafür schlafen die Pottwale tief und fest, vielleicht träumen sie sogar?

Hübsch aber giftig - die Portugiesische Galeere

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Der Walhai ist zwar der größte Fisch in den Meeren, er ernährt sich aber von den kleinsten Lebewesen im Wasser, dem Plankton.

Viele Tiere, vom Walhai bis zur Ohrenqualle, nutzen die Strömungen als ideales Transportmittel. Ein Kollektiv aus vielen kleinen Tieren setzt sogar noch ein Segel obendrauf. Die Portugiesische Galeere ist ein Zusammenschluss aus vielen Polypen, von denen einige eine gasgefüllte Blase, andere bis zu 30 Meter lange, nesselnde Fangarme und wieder andere Verdauungsenzyme bilden. Die Blase enthält eine Membran, die aufgestellt in den Wind, für Vorschub sorgt. Auf sicherem Kurs durch die Wellen fängt die kleine Piratenmannschaft mit ihren gefährlichen Tentakeln bis zu 100 kleine Fische, täglich.

Könige der Lüfte

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Der Wanderalbatros lebt auf großer Schwinge. Der größte Seevogel der Welt hält mit einer Flügelspannweite von dreieinhalb Metern einen einsamen Rekord.

Einfühlsam begleitet die Kamera auch ein alterndes Wanderalbatrospaar, wie es sein wohl letztes Junges aufzieht. Jeden Tag fliegen die Eltern Hunderte von Kilometern über den Südatlantik, um immer wieder aufs Neue Nahrung herbeizuschaffen. Geschwächt von den Strapazen wird das Paar aber wohl nie wieder auf ihre Brutinsel Südgeorgien zurückkehren.

Tragische Folgen durch Plastikmüll

Vor einer Gefahr, der jedes Jahr viele Albatrosse zum Opfer fallen, können selbst die besten Eltern ihr Junges nicht schützen: Plastik. Heute gelangen pro Jahr fast acht Millionen Tonnen Plastik ins Meer, mit dramatischen Folgen. Denn Plastik zerfällt in Sonne und Salzwasser in winzige Mikroteilchen, die oft Gifte enthalten. Kleine Organismen filtern sie aus dem Wasser, große Organismen wie die Wale, die am Ende der Nahrungskette stehen, reichern sie in gefährlichen Konzentrationen an.

Wird die Plastikflut in den Ozeanen nicht gestoppt, werden noch jahrhundertelang unzählige Tiere vergiftet. Die Tiere der Hochsee leben weiter entfernt von der Zivilisation als alle anderen. Aber nicht weit genug. Denn ihre Welt ist über Flüsse, Meere und Luft untrennbar mit der des Menschen verbunden.

Eine Koproduktion von BBC, WDR, NDR, BR und SWR.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktion
Susanne Lummer
Regie
Mark Brownlow
Autor/in
Mark Brownlow
Regie
James Honeyborne
Autor/in
James Honeyborne