Expeditionen ins Tierreich

Auf Wiedersehen Eisbär! - Mein Leben auf Spitzbergen

Mittwoch, 08. Januar 2020, 20:15 bis 21:00 Uhr
Sonntag, 12. Januar 2020, 14:30 bis 15:15 Uhr

Seit 20 Jahren ist das arktische Inselreich von Spitzbergen die zweite Heimat des Norwegers Asgeir Helgestad. Den Naturfilmer zieht es immer wieder zu dem abgelegenen Archipel im Nordpolarmeer. Kaum ein anderer kennt die eisige Welt so gut wie er. Das erstaunliche Licht, die weite Landschaft, die Stille und das Gefühl, allein mit der Natur zu sein, faszinieren den Naturfilmer immer wieder aufs Neue.

Die erste Eisbärenbegegnung

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Vier Jahre lang von Kameras begleitet: Eisbärin "Frost" und ihre Jungen.

Im Jahr 2013 begegnete Asgeir Helgestad zwei kleinen Eisbären und ihrer fürsorglichen Mutter. Vom ersten Moment an eroberte die kleine Familie sein Herz. Der liebevollen Bärenmutter gab er den Namen "Frost". Im Laufe der nächsten vier Jahre suchte Asgeir immer wieder nach ihr und ihren Jungen.

Lebensraum der Eisbären schwindet

Doch mit steigenden Temperaturen sorgt der Klimawandel für dramatische Änderungen im Lebensraum von Eisbärin "Frost" und ihrer Familie. Die Jagdgründe der Eisbären werden immer kleiner, denn das Eis schmilzt in extremem Tempo dahin. Fjorde, die einst monatelang von einer Eisdecke überzogen waren, sind nun eisfrei. Mit dem Rückgang des Eises verschwinden die Ruheplätze und Kinderstuben der Robben und mit ihnen die Nahrungsgrundlage der Eisbären.

Auf der Suche nach "Frost"

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Zwillingsgeburten kommen bei Eisbären recht häufig vor.

Bärenmutter "Frost" muss nun immer längere Strecken zurücklegen, um Robben für sich und ihre Jungen zu jagen. In dieser Welt im Umbruch ist Asgeir fest entschlossen, "seine" Eisbärin wiederzufinden. Auf der Suche nach Eisbärmutter "Frost" dokumentiert er in beeindruckenden Bildern, wie Gletscher schmelzen und ganze Landschaften aus Eis immer schneller schwinden und wohl schon bald ganz verloren gehen werden.

Überwältigende und zerbrechliche Schönheit

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Die Bartrobbe ist die größte arktische Robbe und verdankt ihren Namen den auffallend langen weißen Barthaaren.

Noch zeigt sich die eisige Natur Spitzbergens in überwältigender Schönheit. Magisch erleuchten Mond, Sterne und spektakuläre Polarlichter die langen Winternächte. Nach vier langen Monaten zeigt sich die Sonne wieder über dem Horizont und die Inselgruppe Svalbard erwacht zum Leben: Mit den länger werdenden Tagen entwickeln sich winzige Algen unter dem Eis. Sie ernähren Krebse, von denen wiederum Vögel und Wale leben. Krabbentaucher, Dickschnabellummen, Dreizehenmöwen, Gänse und Seeschwalben bevölkern nun die Inseln. Die Polarbären, die der Eisgrenze nicht nach Norden gefolgt und geblieben sind, müssen sich bei der Nahrungssuche nun mit Eiern und Vogelküken begnügen.

Ein Umdenken ist dringend erforderlich

Einfühlsam und anrührend erzählt dieser Naturfilm, wie wundervoll und zerbrechlich die eisige Welt der Arktis ist. Der Film erinnert in fantastischen Bildern eindringlich daran, was die Menschheit verliert, wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet.

Menschen forcieren globale Erwärmung

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Allein im Winter 2017/2018 hat die Arktis etwa 100.000 Quadratkilometer Meereis verloren. Die Ursachen dieser rasanten Veränderungen sind nicht restlos erforscht. Sicher aber ist, dass die Menschen die globale Erwärmung forcieren. Es liegt damit auch an ihnen, welche Zukunft Eisbären auf der Erde haben.

Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Regie
Asgeir Helgestad
Autor/in
Asgeir Helgestad
Producer
Asgeir Helgestad