die nordstory - Das Offshore-Hotel

Wohnen und Arbeiten auf der Plattform

Donnerstag, 21. Januar 2021, 15:00 bis 16:00 Uhr

Was tun, wenn der Arbeitsplatz mitten in der rauen Nordsee liegt - 70 Kilometer westlich von Sylt? Bis zu drei Stunden dauert für Christof Huss aus Hamburg und Odila Gärtner von der Insel Fehmarn der Boots-Transfer in den Offshore-Windpark "DanTysk" - vom nächstgelegenen Hafen im dänischen Esbjerg aus.

Arbeiten 20 Meter über dem Meer

OAP - die Abkürzung steht für Offshoreunterbringungsplattform, eine Art Hotel im Meer. Auf der Wohnplattform mitten in der Nordsee sind bis zu 50 Arbeiter jeweils zwei Wochen lang untergebracht. © NDR/Mario Göhring
Auf der Wohnplattform mitten in der Nordsee sind bis zu 50 Arbeiter jeweils zwei Wochen lang untergebracht.

Der NDR durfte exklusiv den Alltag 20 Meter über der Nordsee miterleben. Vom Bau im vergangenen Sommer bis zu den ersten Winterstürmen hat das Kamerateam Leben und Arbeiten auf dem 100 Millionen Euro teuren "Offshore-Hotel" miterlebt. Im Schichtbetrieb sind auf der Wohnplattform bis zu 50 Arbeiter jeweils zwei Wochen lang untergebracht. Auf sechs Stockwerken bietet der Stahl-Koloss Unterkünfte, Büros, Werkstätten, Kantine, ein kleines Kino, Fitnessraum und ein Bordhospital. "Jugendherbergs-Standard zum Preis vom Berliner Adlon-Hotel!", scherzen die Offshore-Arbeiter.

Empfindliche Technik trifft auf raue Bedingungen

Und sie lieben den Wind, aber zugleich hassen sie ihn auch - denn Christoph Huss, Odila Gärtner und die anderen wissen: zu wenig Wind bedeutet Riesen-Verluste für Ihren Arbeitgeber. Und bei zuviel Wind kommen sie nicht raus zum Arbeiten. Service und Reparatur der Windturbinen müssen ausfallen. Doch die Erwartungshaltung ihres Arbeitgebers ist groß - auch wegen der Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Die raue Witterung hier draußen ist allerdings eine extreme Belastung für die empfindliche Technik. Vor allem bei den Kränen und den Transferschiffen gibt es immer wieder Probleme oder gar Total-Ausfälle. Das oberste Ziel, maximale Auslastung des Windparks, ist kaum zu erreichen.

Autor/in
Mario Göhring
Redaktion
Katrin Glenz
Andrea Jedich
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen