Die Nordreportage: Schwertransport auf dem Wasser

Montag, 15. Juni 2020, 18:15 bis 18:45 Uhr
Mittwoch, 17. Juni 2020, 11:30 bis 12:00 Uhr

Das riesige Fundament eines Offshorewindparks muss von Rostock nach Cuxhaven gebracht werden, und zwar auf dem Wasserweg. Für die Schlepper-Kapitäne gehört der Transport zu den gewaltigsten Jobs, die sie jemals erledigen mussten.

Wenn alles glatt läuft, schaffen es die Männer in drei Tagen von Rostock nach Cuxhaven. Dort wartet schon das sogenannte Errichter-Schiff, das die Rohre weit hinaus zur Off-Shore-Anlage bringt. © NDR/Kamera Zwei
In Cuxhaven übernimmt das sogenannte Errichter-Schiff die Fracht. Es bringt die Rohre hinaus zur Off-Shore-Anlage.

Die schwimmende Plattform, auf der die gigantischen Rohre liegen, hat weder Lenkrad noch Motor und ist etwa so groß wie ein Fußballfeld. Die Männer haben nur drei Tage lang Zeit für die Reise von der Ostsee durch den Nord-Ostsee-Kanal und durch die Deutsche Bucht. Aber schon das Verladen im Rostocker Seehafen dauert fast einen ganzen Tag: Wasserpumpen müssen den sogenannten Ponton ständig in der Waage halten, damit die Rohre nicht herunterrutschen.

Herausforderungen im Nord-Ostsee-Kanal

Auf dem Wasser zieht ein Schlepper den Schwertransport, der andere bremst ihn ab. Die Kapitäne sind über Funk ständig in Kontakt. Geht irgendetwas schief, wenn zum Beispiel ein Tau bricht, kann ein Schaden in Millionenhöhe entstehen.

Wenn das Fundament einer Off-Shore-Windkraftanlage auf Reisen geht, ist auf hoher See ein riesiger Schwertransport unterwegs. Kaum vorstellbar: Die Fracht gleicht 26.000 Kleinwagen. © NDR/Kamera Zwei
Das Fundament einer Off-Shore-Windkraftanlage ist als Schwertransport unterwegs: Die Fracht entspricht 26.000 Kleinwagen.

In der Deutschen Bucht sind im Jahr etwa 65.000 Schiffe unterwegs. Die "Ausfahrt" in Richtung Hamburg gehört zu den meistbefahrensten Routen im Norden. Es geht dort zu wie auf der Autobahn. Und der Mega-Transport muss dort einmal quer hinüberfahren. Auch in der Verkehrszentrale Cuxhaven herrscht "Alarmbereitschaft". Windgeschwindigkeiten und Wasserstände werden regelmäßig durchgegeben. Sollten die Schlepper die Strömung gegen sich haben, käme der Schwertransport auf dem Wasser nicht mehr voran.

Die Nordreportage begleitet den außergewöhnlichen Schwertransport einmal quer durch den Norden.

Dossier
Windkrafträder © dpa

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