Die Nordreportage: Hitzeschlacht auf dem Acker

Dienstag, 29. September 2020, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 01. Oktober 2020, 11:30 bis 12:00 Uhr

Dürre im Frühjahr, Starkregen im Juni, dramatische Hitze im Juli und August. In der Saison 2020 sind die Wetterbedingungen extrem. Für die Landwirte, Maschinenverleiher und Lohnunternehmen ist es eine ganze besondere Herausforderung, die Ernte einzufahren.

Biobetrieb im Erntestress

Susanne und Christian Schulz, die seit 1992 ein 400-Hektar-Bioagrarunternehmen in Bartenshagen bei Bad Doberan führen, können endlich mit der Haferernte starten. Ihr Hauptauftraggeber, ein großes Biogebäck-Unternehmen, ist sehr streng bei der Qualität des Getreides. Verunreinigungen sind tabu. Zeitgleich müssen auch noch der Winterweizen und Ackerbohnen vom Feld geholt werden. Der riesige, aber in die Jahre gekommene Mähdrescher läuft heiß. Dann reißt sogar noch ein Riemen.

Reparaturprofi Michael Siggel im Dauereinsatz

Einsatz für Michael Siggel, genannt "Manni". Er ist der "Problemlöser" bei einem der größten Landmaschinenbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Während der Erntetage, vor allem bei der großen Hitze, geht an den Maschinen allerhand kaputt. Siebe und Fördermechaniken verklemmen durch Erdklumpen und Steine, Transportriemen springen heraus oder reißen, Motoren laufen heiß und drohen Feuer zu fangen. So einen Fall gab es Anfang Juli, Schaden: 600.000 Euro. Der Reparaturprofi eilt von Notfall zu Notfall.

Maisernte ist anstrengende "Materialschlacht"

Landwirt Christoph Wittmiss freut sich, als es nach der langen Superhitze ein bisschen regnet. Sein Mais kann es gebrauchen. 300 Hektar warten darauf, gehäckselt zu werden. Die Ernte dieser Ackerfrucht ist jedes Mal eine anstrengende "Materialschlacht". 36 bis 48 Stunden Dauereinsatz für alle, Tag und Nacht. Für die Fahrer ist das extrem anstrengend, für die Technik ein Ritt am Rande der Belastbarkeit.

Autor/in
Till Lehmann
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Virginia Maassen