Stand: 30.05.2017 15:00 Uhr

Sarah Wiener: Land, Leben und Liebe zum Essen

von Laura Lange

Anruf bei Sarah Wiener, Montagmorgen, 10 Uhr und schon ist man mittendrin im Leben der Starköchin. Allerdings klappern keine Töpfe und es brutzelt nichts, sondern der Wind rauscht über den Acker: Sarah Wiener ist seit einem Jahr Landwirtin und so steht sie morgens auf den Feldern ihres Landwirtschaftsbetriebes Gut Kerkow und wartet auf ihre Lieblingsnachbarn: die Mitglieder des Naturschutzbundes, die nebenan das Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle betreiben.

NDR-Moderator Arne-Torben Voigts interviewt Köchin Sarah Wiener. © NDR Fotograf: NDR

Sarah Wiener: Kochen ist Entspannung

Die Elbe. Ganz in Ruhe. -

Fernseh-Köchin Sarah Wiener ist zu Gast an Bord des Dampfers "Kaiser Wilhelm". Im Rahmen der Sendung Die Elbe. Ganz in Ruhe. verrät sie, wie sie am besten entspannen kann.

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Schnellkurs in Sachen Naturschutz

"Ich mache jetzt kurz mal einen Schnellkurs in Sachen Naturschutz und nebenbei feiern wir dann heute Morgen alle zusammen das 20-jährige Jubiläum der Naturfreunde." Das hört sich nicht nur nach guter Nachbarschaft, sondern vor allem nach einem entspannten Start in die Woche an. Gibt es eine To-do-Liste? "Nicht wirklich", sagt Sarah Wiener, aber sie hat natürlich Pläne für den Tag: Mittags will die gebürtige Österreicherin im Büro vorbeischauen, Mails gucken und nachmittags noch ein paar Bäume umpflanzen, bevor der Frühling so richtig loslegt.

Eine Vision vom Selbstversorger-Leben

Arbeit scheint das alles für Sarah Wiener nicht wirklich zu sein: "Es ist alles wunderbar", erzählt sie. "Es ist Luxus, ich genieße das Landleben!" Sarah Wiener hat sich mit dem Betrieb einen Lebenstraum erfüllt. Auf Gut Kerkow will sie sich einlassen auf ihre Vision: "Eines Tages möchte ich am Mittagstisch sitzen und alles, was auf dem Tisch steht, kommt von meinem Feld, aus meinem Garten, von meinen Tieren. Und ich habe es gekocht."

Weitere Informationen

Slow TV: Die Elbe. Ganz in Ruhe.

05.06.2017 12:00 Uhr

Der NDR zeigt seinen Zuschauern heute eine ganz besondere Schifffahrt über die Elbe - und nimmt sich extra viel Zeit dafür. Slow TV als genussvoller Gegenpol zum Alltagsstress. mehr

Zwischen Handwerk und der Schönheit der Natur

Als eine passionierte Vertreterin der Slow-Food-Bewegung in Deutschlands ist der Schritt zur Neubäuerin für Sarah Wiener nur konsequent: "Denn die Slow-Food-Bewegung sagt uns nicht nur, was falsch läuft in unserer Esskultur, zum Beispiel, dass wir uns zu wenig Zeit fürs Essen und die Zubereitung nehmen", so Wiener. "Sie macht uns auch aufmerksam auf das, was schön ist am Essen: die Handarbeit, das Handwerk und die Schönheit der Natur. Und das ist etwas, dass wir Menschen wieder brauchen, die Verbindung zur Natur."

Kochen mit allen Sinnen

Sarah Wiener hat diese Verbindung für sich schon gefunden - und will ihren Lebenstraum mit anderen teilen. "Heute wird vielen weisgemacht, Kochen sei eine Belastung, so etwas wie eine Strafarbeit", sagt sie. Doch das Gegenteil sei der Fall. "Kochen ist einer der letzten Bastionen in der heutigen Zeit, wo wir mit allen Sinnen arbeiten können, riechen, anfassen, schmecken und das ist pures Glück." Glück, das jeder erfahren sollte, findet die Unternehmerin und hat deshalb die Sarah Wiener Stiftung gegründet, in der sie zusammen mit  Pädagogen aus ganz Deutschland, Kinder an den Herd und in die Küche bringen möchte. Denn wenn die Eltern keine Zeit mehr finden zum Kochen, woher sollen es dann die Kinder können. Dann sind die Kinder gezwungen, sich fremd zu ernähren und können dann später auch keine Qualität mehr einfordern.

Ein ganz schönes Programm, das auch viel Kraft kostet, oder? "Stress habe ich eigentlich selten", gesteht Sarah Wiener. "Und wenn ja, dann habe ich einfach nur sehr, sehr schlechte Laune. Dann bleibe ich länger im Bett."

Sarah Wiener ist eine der Gäste an Bord der "Kaiser Wilhelm" im Rahmen der Sendung Die Elbe. Ganz in Ruhe. am Pfingstmontag im NDR Fernsehen.

Weitere Informationen

Die Elbe. Ganz in Ruhe. - Der Blick zurück

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Dieses Thema im Programm:

Die Elbe. Ganz in Ruhe. | 05.06.2017 | 12:00 Uhr