NaturNah: Dem Uhu auf der Spur

Dienstag, 25. September 2018, 18:15 bis 18:45 Uhr
Donnerstag, 27. September 2018, 11:30 bis 12:00 Uhr

Ein starrender Uhu © imago/imagebroker

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Thomas Grünkorn ist Biologe. Er kennt sich wie kaum ein anderer in den Horsten von Greifvögeln aus, denn Hunderte davon besucht er jedes Jahr zu Forschungszwecken. Er beringt Jungvögel bedrohter Arten wie Seeadler und Rotmilan. Vor gut zwei Jahren sind ihm im Zuge eines Forschungsprojekts zum Rückgang des Mäusebussards spektakuläre Aufnahmen gelungen. Darin ist zu sehen, wie Uhus die Nester von Mäusebussarden systematisch plünderten. Jetzt hat der Biologe den Uhu, die größte Eulenart in Deutschland, zum Objekt seiner Forschung gemacht.

Wie verhalten sich Uhus in ihrem Revier?

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Ausgewachsene Uhus sind sehr wehrhaft. Die Biologen müssen vorsichtig sein.

In seinem neuesten Projekt soll er nun an gleicher Stelle dem Verhalten der Uhus weiter auf den Grund gehen. Ähnlich wie andere Greifvögel werden auch Uhus Opfer von Windkraftanlagen. Thomas Grünkorn soll nun herausfinden, ob ein Sicherheitsabstand zu den Horsten der Uhus, wie er bei Seeadlern und Rotmilanen vorgeschrieben ist, nützlich ist und wie groß dieser sein müsste. Das heißt, er muss mehr über das Revierverhalten der Uhus erfahren. Welche Strecken, wie hoch fliegen sie?

Verfolgung per Sender

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Zwei junge Uhus in einem Bodengelege.

Zu diesem Zweck sollen Uhus gefangen und besendert werden. Mithilfe der GPS-Daten kann Thomas Grünkorn dann die Routen, die die Vögel bei der Futtersuche zurücklegen, nachverfolgen. Er bekommt so einen Einblick in das Revierverhalten der brütenden Uhus und kann den Spuren des Jägers folgen. Die Orte, an denen sich die Vögel vermehrt aufhalten, werden von ihm tagsüber untersucht. Sind es Futter-, Rast- oder bevorzugt Jagdplätze?

Wie fängt man einen Uhu?

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Der Aufbau der Falle findet schon in der Dämmerung statt.

Bevor es aber losgehen kann, müssen die scheuen, nur nachtaktiven Uhus erst einmal eingefangen werden. Das ist die größte Herausforderung. Thomas Grünkorn und sein Kollege Jorg Welcker haben darin wenig Erfahrung und müssen unterschiedliche Fangmethoden ausprobieren. Lockt man die Jäger mit Beute oder simuliert man akustisch einen Rivalen, der in das fremde Revier eingedrungen ist?

Durch den Einsatz von Nachtsichtkameras und Fotofallen bekommen die Forscher auch seltene Einblicke in die Aufzucht von Jungvögeln.

Redaktion
Christian Pipke
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Ralf Bartels
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen