Sendedatum: 26.03.2011 11:30 Uhr  | Archiv

Im Zeichen des Kreuzes - Die frühe Neuzeit

Mit der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 und dem Beginn der Reformation 1517 bricht allmählich ein neues Zeitalter an. Doch der Abschied vom Mittelalter in Norddeutschland ist lang und schmerzhaft.

Reformation und Gegenreformation

Für den Bildhauer Hans Brüggemann, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts einen zwölf Meter hohen Altar für die Klosterkirche in Bordesholmanfertigt, ist die Reformation existenzbedrohend. Brüggemann muss seine Tätigkeit als Altarschnitzer aufgeben, denn die Heiligenbilder wurden aus der Kirche verbannt. Im Verlauf der Gegenreformation werden die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten immer größer.

Der Dreißigjährige Krieg

1618 bricht ein Krieg aus, der 30 Jahre dauert. Mit der Schlacht bei Lutter gerät auch Norddeutschland in die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, gewaltige Zerstörungen und hohe Opfer in der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. Der Westfälische Friede (1648) beendet den Krieg.

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Die Filmszene zeigt die Verhaftung der "Hexe" Catarina Zeleke (links), Parchim 1650.

Nach dem Krieg kommt es in Mecklenburg zu einem starken Anstieg von Hexenprozessen. Innerhalb von 50 Jahren werden mehr als 2.000 Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, darunter auch Catrina Zeleke aus dem Dorf Lancken bei Parchim. Sie ist eine der ersten Frauen, die dem neuen Hexenwahn zum Opfer fallen. Ihr Prozess zieht sich über sieben Jahre hin. Da Catrina Zeleke ihre Untaten nicht gesteht, wird sie schließlich unter Folter zum Geständnis gezwungen, wenig später stirbt sie.

Die Welfen und die Macht

Etwa in diesem Zeitraum stehen große politische Veränderungen in Hannover an. Welfenprinz Ernst August übernimmt das Herzogtum. Seinem Machtstreben ist es letztlich zu verdanken, dass sein Sohn Georg Ludwig als King George I. den britischen Thron besteigen kann. Überschattet wird das Strippenziehen der Welfen von der Affäre Königsmarck: Eine tragische Liebesbeziehung, die mit einem Mord im Leineschloss endet.

Das Schicksal des Reeder-Sohnes Hark Olufs

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Hark Olufs schreibt nach seiner Rückkehr nach Amrum 1738 seine Geschichte auf (Filmszene).

Mitte des 18. Jahrhunderts beschäftigt das Schicksal des Reeder-Sohnes Hark Olufs die Bewohner der Nordseeinsel Amrum. Auf einer Fahrt in Richtung Frankreich ist er in die Hände von Piraten geraten, nach Algier verschleppt und dort als Sklave verkauft worden. Der Junge macht das Beste aus seiner Lage, lernt Arabisch, Türkisch und Französisch, konvertiert zum Islam. Schließlich gewinnt er das Vertrauen des mächtigen Provinzgouverneurs, der ihn zum Schatzmeister macht. Als Hark Olufs Jahre später endlich nach Amrum zurückkehren darf, ist er ein wohlhabender Mann.

 

Karte: Schauplätze der Geschichte
Dossier

Hexen-Verfolgung in Norddeutschland

In der Zeit zwischen 1450 und 1750 wurden in West- und Mitteleuropa Zehntausende Menschen, in der Mehrzahl Frauen, als vermeintliche Hexen hingerichtet - auch in Norddeutschland. mehr

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26.03.2011 | 11:30 Uhr