Eisenbahnromantik

Glacierexpress – Von Disentis ins Wallis

Freitag, 09. April 2021, 15:30 bis 16:00 Uhr

Die Fahrt mit dem Glacier Express ist eine der berühmtesten Eisenbahnreisen der Welt. In acht Stunden erlebt man zwischen St. Moritz und Zermatt knapp 300 Kilometer Schweizer Alpenlandschaft in ihrer schönsten Form. Die Reise mit dem "langsamsten Schnellzug der Welt" gehört zu einer der aufregendsten und bequemsten Möglichkeiten, die Alpen zu entdecken. Die "Eisenbahnromantik" war für eine dreiteilige Dokumentation mit dem Glacier Express unterwegs.

Die Zahnradlokomotive übernimmt in Disentis

Im zweiten Teil über die Fahrt mit dem Glacier Express verlässt der Zug die Rheinschlucht und erreicht Disentis. Im Kloster Disentis befindet sich ein berühmtes Gymnasium, die älteste Schule des Kantons Graubünden. Hier wird noch Rätoromanisch gelehrt. In Disentis endet das Streckennetz der Rhätischen Bahn. Eine Zahnradlokomotive der Matterhorn-Gotthard-Bahn übernimmt nun den Zug. Die Zahnradlok ist angehängt, nun geht es steil bergauf zum höchsten Punkt der Reise auf dem 2.033 Meter hohen Oberalppass. Im Winter ist die Passstraße gesperrt, manchmal auch für den roten Glacier Express, der sich durch eine einzigartige Gebirgslandschaft schlängelt. Dann beginnt morgens um fünf Uhr für Guido Monn der Arbeitstag. Er ist für die Streckensicherheit verantwortlich und überwacht ein Team bei der Schneeräumung. Oben am Pass wartet bereits ein Hubschrauber der Lawinenwacht. Gemeinsam mit einem Sprengmeister werden vom Helikopter aus Gefahrenstellen ausgemacht und sodann gesprengt. Meist kann am Vormittag der Oberalppass wieder freigegeben werden. Dann geht es für die Reisenden weiter nach Andermatt im Kanton Uri. Die kleine Stadt am Fuße des Gotthardmassivs war einst eine wichtige Garnison in der Schweiz. Der Zug fährt weiter durchs Urserental Richtung Furkapass. In Realp verschwindet der Glacier Express im Furka-Basistunnel, der 1982 erbaut wurde. In den ersten fünf Jahrzehnten seiner Geschichte fuhr der Zug noch über die Furka-Bergstrecke, von wo aus man den namensgebenden Rhonegletscher, den Glacier, sehen konnte.

Die Bergstrecke soll erhalten bleiben

Mit dem neuen Tunnel wurde die Bergstrecke gesperrt. Eisenbahnfreunde setzen sich dafür ein, diese Strecke zu erhalten und zu betreiben. Bei den sogenannten Fronis der Dampflokfreunde Furka-Bergstrecke handelt es sich um Fronarbeiter, weil sie unentgeltlich an der Strecke arbeiten und jedes Jahr die alte Bergstrecke vom Schnee befreien.

Etwas weiter oben kann man den Aufbau der Steffenbachbrücke, eine Klappbrücke, beobachten. Eine technische Meisterleistsung. Jedes Jahr wird sie auf- und abgebaut, um Lawinen im Winter Platz zu lassen.

Wechsel wieder auf den Glacier Express

Im Sommer fahren die Dampflokfreunde Furka-Bergstrecke mit Dampfzügen über den Berg. Den Rhonegletscher kann man allerdings auch bei diesen Fahrten nicht mehr sehen. Er geht jedes Jahr mehr zurück. In Oberwald wird wieder in den Glacier Express umgestiegen, die Grenze zum Kanton Wallis wird passiert. Gemächlich geht es nun die letzten Kilometer bergab bis nach Brig im Rhonetal.

Redaktion
Sara Helmig
NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Eisenbahnromantik,sendung1140214.html