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Die Nordreportage: Knall und Fall - Das Müritz-Hotel wird platt gemacht

Montag, 26. Februar 2018, 18:15 bis 18:45 Uhr

Wenn die Berechnungen stimmen, fällt der Kasten wie ein Kartenhaus zusammen. © NDR/Videomagic, honorarfrei

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Eines der größten Hotels in Klink an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern wird an einem Spätsommertag gesprengt. Wehmütig beobachten ehemalige Gäste das Schauspiel. Es gibt eine Menge Staub und Tränen.

Vorzeigehaus der DDR-Gewerkschaft

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1600 Löcher, 400 Kilo Sprengstoff, 2 Kilometer Zündkabel bringen das Hotel zum Einsturz.

Das Müritz-Hotel war ein Vorzeigehaus der DDR-Gewerkschaft: 1974 für 50 Millionen Mark gebaut, verfügte es über für damalige Verhältnisse exklusive Annehmlichkeiten wie Schwimmbad, Milchbar und Kegelbahn.

Das alles wird nun dem Erdboden gleichgemacht. Nach der Asbestsanierung im Inneren des Gebäudes kommen die Bagger mit den großen Betonscheren und schneiden es "sturzreif". Das Prinzip der Sprengung ist ähnlich wie bei einer Baumfällung: Auf der einen Seite werden Keile aus den Mauern herausgeschlagen, in diese Richtung wird der Koloss dann fallen.

Die letzten Tage vor der Sprengung

Den wichtigsten Job bei dieser gefährlichen Aktion hat Sprengmeister Bühring. Er hat eine halbe Tonne Sprengstoff mitgebracht. Metertief haben er und seine Leute Hunderte Löcher in die Stützpfeiler gebohrt.

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Wenn die Berechnungen stimmen, fällt der Kasten wie ein Kartenhaus zusammen.

Während der Abrissarbeiten schleicht auch immer wieder ein trauriger Mann um das Gelände: Gerd Schröter war Gründungsdirektor des Hotels. Es hat einen großen Platz in seinem Leben und seinem Herzen eingenommen. Er zeigt alte Fotos und bricht sich ein Stück der Verzierung als Souvenir aus der Wand.

Die nordreportage begleitet Gerd Schröter und den Sprengmeister Bühring in den letzten Tagen bis zur Sprengung, einem Ereignis, das in jeder Hinsicht Schockwellen ausgelöst hat.

Autor/in
Thilo Tautz
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke