Schätze der Welt

Alberobello, Italien

Sonntag, 15. April 2018, 06:45 bis 07:00 Uhr

Bis in die 1930er-Jahre des vorigen Jahrhunderts hat kein Mensch die kleinen Häuser mit den hohen runden Dächern, die Trulli, in Apulien beachtet. Trulli waren Häuser armer Leute auf dem Land. Jetzt sind sie ein Nationaldenkmal und gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Den scheinbar einfachen Gebäuden liegt eine klug durchdachte Architektur von hoher Kunstfertigkeit zugrunde. Ohne Mörtel wurden hohe Gewölbe aus Steinquadern geformt.

Charakteristische Kegeldächer

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Ein verlassener Trullo.

Die Kegeldächer waren Vorratsspeicher für das Getreide. Außen wurden sie zum Schutz vor dem Regen schuppenartig mit einem Kranz von Bruchsteinplatten belegt. Das gibt den Häusern ihr charakteristisches Aussehen. Unter dem Speicherkegel befand sich der Wohnraum der Menschen und auch der Stall für ihr Vieh. Wenn Nachwuchs kam, wurde eine Wand durchbrochen und direkt neben dem alten Trullo ein neuer gebaut. Je mehr Kegel, desto größer war die Familie und umso wohlhabender der Bauer.

Eine ganze Stadt aus Trulli

Ursprünglich standen die Trulli auf den Feldern, doch am Ende des 15. Jahrhunderts ließ der Conte Aquaviva die Conversano eine Stadt aus Trulli errichten: Alberobello. Hier siedelte er die Bauern an, die auf seinem Großgrundbesitz arbeiteten. So hatte er sie unter Kontrolle. Heute haben viele der alten Bewohner die kleinen unbequemen Häuser verlassen. So werden die Stadtteile "Aia Piccola" und "Monti" mit ihren über eintausend Dachkegeln langsam von Andenkenläden und Restaurants in Besitz genommen. Die Trulli vor den Toren von Alberobello haben, wenn auch verfallen, bis heute ihren Zauber bewahrt.

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