Panische Zeiten! Udo Lindenberg rockt den Osten

Sonntag, 16. Mai 2021, 01:55 bis 03:45 Uhr

Keine zwei Monate nach dem Mauerfall startete am 6. Januar 1990 in Suhl die erste DDR-Tournee von Udo Lindenberg. Als der Rocksänger sein Thüringer Publikum mit "Hallo, Suhl!" begrüßte, kannte der Jubel in der Stadthalle der Freundschaft keine Grenzen mehr. 3.000 Fans waren gekommen, um den Panikrocker leibhaftig zu erleben. Vielen standen vor Freude die Tränen in den Augen. Sie hatten Jahre auf diesen einen Moment gewartet. Sie erlebten diese Konzerte als einen Rausch, einen wahr gewordenen Traum.

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Rockmusiker Udo Jürgens am Bühnenrand umringt von begeisterten Fans während seines Konzertes in Suhl am 6. Januar 1990, Auftakt seiner Tournee in der DDR. © picture-alliance / Carl Eberth Foto: Carl Eberth

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Egal ob Suhl, Leipzig, Erfurt, Rostock, Schwerin oder Magdeburg, überall das gleiche Bild: Wenn Udo Lindenberg zusammen mit der DDR-Rocksängerin Ina Morgenweck "Mädchen aus Ostberlin" singt und der ganze Saal einstimmt, versagt manchem vor Rührung die Stimme. Der Sänger und seine Fans, vereint in einem Meer von Wunderkerzen und Feuerzeugen. Es sind einzigartige Gänsehautmomente für alle, die dabei waren und sind.

"Mädchen aus Ostberlin"

"Ich war irgendwie da und ich guckte denen in die Augen und es waren nasse Augen, Tränen, die haben geweint", erinnert sich Udo Lindenberg. "Mich hat das sehr, sehr berührt. Die ganze Tour, diese eine Woche, war ein rauschendes Fest, wahrscheinlich die schönste Party meines Lebens."

Mit seinen Songs half Lindenberg einer ganzen DDR-Generation durch die Pubertät. Das Lied "Mädchen aus Ostberlin" konnte man als private Geschichte und als politische Botschaft verstehen. Seine Songs erzählten von der Sehnsucht nach Freiheit und Individualität und boten vielen Menschen in der DDR Lebenshilfe, Orientierung und Identifikation. Man konnte mit seinen Liedern der Enge der DDR entfliehen und zugleich einen aufrechten Gang erlernen.

Ein Star zum Anfassen

Udo Lindenberg trifft Fans, die er schon 25 Jahre vorher traf. © MDR/Leitwolf TV-Produktion
Udo Lindenberg trifft Fans, die er schon 25 Jahre vorher traf.

25 Jahre nach seinem legendären Auftritt in Suhl machte sich Udo Lindenberg für diesen Film nun noch einmal auf den Weg in die thüringische Kleinstadt. Er hat zwei Fans getroffen, die er damals kennengelernt hat: "Ich will die Jungs nochmal wiedersehen, die Experten, die Panikexperten von damals."

Lindenbergs Erscheinen in Suhl löste einigen Wirbel aus. Passanten glaubten zunächst an ein Udo-Double. Doch schnell war klar, hier stand der Panikrocker persönlich. Schnell kam Udo mit Passanten und Konzertbesuchern von damals ins Gespräch. Viele erinnerten sich an ihn. Er war ein Star zum Anfassen. Ein Selfie hier, ein Küsschen dort. Der Rocker war sichtlich gerührt.

Voller Begeisterung und Respekt

Dieser Film spannt einen Bogen von der ersten DDR-Tournee 1990, zeigt Ausschnitte aus dem Stadionkonzert 2014 in Leipzig und begleitet Lindenbergs Auftritt am Brandenburger Tor am 9. November 2014. Schließlich hat Udo in Berlin erstmals nach 25 Jahren wieder seine damalige Duettpartnerin Ina Morgenweck getroffen.

Es sind besondere, fast private Momente, in denen deutlich wird, dass es zwischen dem Künstler und dem Menschen Udo Lindenberg keinen Unterschied gibt. Konzertbesucher*innen, Musiker*innen, Fans kommen in der unterhaltsamen Dokumentation zu Wort. Auch musikalische Weggefähr*innen wie Clueso, Silbermond, Sebastian Krumbiegel und Anna Loos sprechen über die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg. Sie alle zeichnen voller Begeisterung und Respekt das vielschichtige Bild des Menschen und Künstlers Udo Lindenberg.

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Der Panikrocker Udo Lindenberg bei einem Konzert auf der Bühne der Barclaycard Arena zu seiner "Udo Lindenberg Live 2019" Tour © Daniel Bockwoldt/dpa bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt

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Redaktion
Sara Helmig